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shakal ryan 2008 und 2009 - Archiv



Diese Seite schreibt nicht ganz alltägliche Geschichten aus All-Tagen eines "Wunder"läufers.
Denn shakal ryan lief - viel, weit, weiter ... und immer schneller - und manche wunderten sich darüber. Auch er selbst. Zuletzt war es allerdings nurmehr Jogging. Die natürliche Körperentgiftung nach Chemotherapie dauert und auch die Hormonauswirkungen waren beträchtlich.
Das beste Gebet ist Geduld. (Siddharta Gautama Buddha)



Der tagesaktuelle Blog findet sich unter www.shakalryan.welt.ms


Das also war Laufen und Herumkrebsen, Krieg und Liebe 2008/2009


Die Jahre 2008 und 2009 waren ganz sicher nicht meine. Dabei hätte es durchaus noch schlimmer kommen können. Man darf nur nicht daran denken.

Ein Jahr habe ich gebettelt, eine Testosteron- und Hormonbestimmung zu bekommen. Das erschreckende Ergebnis im Dezember 2009: hormonell knapp daneben!
Damit kann ich jede engagierte Rennerei endgültig einstellen. Ich wäre entweder gedopt oder viel zu schwach für Wettkämpfe. Davon abgesehen ist es in unserer pervertierten Kassengesellschaft natürlich so, dass Frau sein/weniger Testosteron als geschlechtsüblich bei Männern keine Krankheit ist. Für die Behebung meiner (Zitat) "Befindlichkeitsstörung" müsste ich ergo selbst finanziell aufkommen, wurde mir verkündet.
Warum muss die Arena eigentlich immer dann geöffnet werden, wenn die Kräfte am schwächsten sind und man keine Lust hat, um etwas zu kämpfen?!

05.12. E.scalade Geneva.
Das könnte es gewesen sein. Mein letztes Rennen als Wettkampf. 7,2km durch die Obere Altstadt, erstmalig an der Seite des besten Menschen der Welt.

Finisherclip Genf:


06.11. Die Mauer muss her.
Der Finger bleibt schief und krumm, ist laut Röntgenbild aber doch nicht gebrochen. Kapselverletzung. Na, da kann ich ja vielleicht beim Aufbau der neuen Mauer helfen... ?

Mauer Mob

31.10. Abwechslung.
Ein vermutlich gebrochener Zeigefinger und Innenbanddehnungen am Knöchel. Auch schick. Immerhin habe ich erfahren, dass ich sehr wohl Anrecht auf eine Hormonstatusbestimmung habe, auch wenn mein Urologe das gerne ins Reich der unabänderlichen Befindlichkeiten schiebt.

Und ich habe eine neue Blue Jeans bekommen. Hurra. Nach Jahren in Lauf- und Trekkingklamotten. An die neuen Grössen muss ich mich noch gewöhnen.


Playing and singing around the world

24.10. Lightrun.
Nachdem ich nun einige vergebliche Anläufe unternommen hatte, mal wieder einen Laufwettbewerb zu bestreiten, hat das Berliner Lichterfest immerhin für einen schönen Rundgang Um das Brandenburger Tor Unter den Linden Über den Gendarmenmarkt Hinter den Dom gesorgt. 10km in karnevalistischen, dem bunten Abend angemessenen 1h11:11. Und ein paar Fotos. Die Veranstaltung selbst war allerdings haarsträubend organisiert.

Mehr dazu: im Forum des SCC Berlin bzw viele Bilder mit Kennwort Lightrun hier zu finden

18.09. Berlin-Marathon-Wochenende.
Alea iacta est. Kein Lauf für mich. Nicht im Kostüm, um persönlichen Peinlichkeiten zu entgehen. Erst recht nicht im Vereinsdress, um dem Verein die Peinlichkeiten zu ersparen. Es wäre ein Halbmarathon geworden, mit 4 Stunden Kampfwandern gegen den Besenwagen im Anschluss. Und dabei bin ich bis 5000m derzeit richtig schnell. Auch das Gewicht ist wieder von 73 auf 68kg runter. Aber die Ausdauerleistungsfähigkeit ist auch am Tiefpunkt. Dafür kann ich in der Leichtgewichtsklasse bald für die nächsten Gewichthebermeisterschaften zB in Castrop-Rauxel melden. Wie schön, dass die Welt ausser Laufen noch so viel anderes bereithält. Bandscheibenvorfälle leider auch. Meine sind fast wieder so weit.

05.09. Feuerwerk.
Zwar nicht auf der Laufstrecke, aber immerhin sollten es in Berlin die Weltmeisterschaften der Pyrotechniker sein. Auf der heutigen Pyronale. Die wahren Weltmeister hab ich diesbezüglich jedoch in Genf gesehen. Kunststück, hatten dort ja auch genug Ölscheich- und UN-Gelder zum Verfeuern. Silvester ist ein Pup dagegen. Ein wunderbares Video gibts jetzt darüber. Es dauert einen Moment, bis es geladen ist. Das spektakuläre Finale ist ein Must-See. So etwa ab Minute 5 dieses Videos gehts los! Und wie!

12.08. Genf.
Hier regiert die Welt, das Geld. Alles war gut. Ein paar Antibiotika zuviel vielleicht. Am 14.8. werde ich wieder durchleuchtet.
Den Startplatz für den Berlin-Marathon muss ich vermutlich sausen lassen, mit 5 Wochen Vorbereitung macht der eher noch weniger Spass als im letzten Jahr. Damals musste ich mir nach der Chemo wenigstens etwas beweisen. Jetzt will ich vor allem (über)leben und lieben.
Und Geduld haben.

17.06. Aufbruch.
Der Krieg in Sri Lanka ist zu Ende, das Leid leider nicht. Und man kann nur warten und beten, dass sich irgendwann einmal alles auch im eigenen Leben wieder zum Guten wenden wird. Immerhin: ich habe gelernt, dass 3 Granulome in der Lunge nichts Dramatisches sind; dass man von wenig Geld noch ziemlich viel leben kann, wenn man sich bemüht; dass man mit 10km Training in der Woche (plus ein bisschen Kraftwandern) auch mit weit über 40 noch knapp unter 40 laufen kann - Minuten pro 10km-Rennen, wohlgemerkt.
Dass Vergangenheit aufzuräumen richtig wehtun kann, ebenso wie der ständig schicksalssabotierte Versuch, einen Hauch von Zukunft neu einzurichten ... das leider auch.
Schliesslich, dass man bei allem eines nie verlieren darf - die Hoffnung.
Beinahe war es so weit.

15.06. 75 Jahre. Endlich konnte ich auch mal wieder zu einem GEBURTSTAG gratulieren. Auch wenn die Mama nun Tausende Meilen entfernt wohnt. Alles Gute für die nächsten 75 Jahre ! Betreffs webcam mikro gelobe ich Besserung. Sofern Windows Vista mitspielt.

06.04. Zum Haareraufen und Verzweifeln.
Wie oft bei älteren Menschen: stirbt die/der eine, folgt der/die Partner/in bald nach. Heute in aller Herrgottsfrühe verstarb 32 Tage nach seiner Frau nun auch mein knapp 90 Jahre alter Schwiegervater. In einem Bunker im Kriegsgebiet. Die Beerdigung wird sich schwierig gestalten, ist aber im hinduistischen Glauben ein überaus wichtiger Akt, um weiterführende Existenzen nicht unnötig zu beeinträchtigen. Die kämpfenden Fronten in Sri Lanka werden darauf kaum Rücksicht nehmen.


05.04.2009 The times, they are a changing.
Nach Wochen gestern abend zurück nach Berlin gekommen, hat sich mein Leben zwischenzeitlich erneut völlig auf den Kopf gestellt.
Frisch verliebt und immerhin diesbezüglich voller Hoffnung, dazu wichtige uralte Kontakte neugeknüpft, voller Energie für so ziemlich alles ... ausser für ernsthaftes Lauftraining. Meinen heutigen Halbmarathonplatz hab ich sausen lassen und mich stattdessen ein wenig als PSB24-Hoffotograf betaetigt. Ergebnisse und Bilder der Marathonfreunde hier.

26.03.2552 Thanks to Unicef, Geneva for "bearing" with me from now on.

"Aon, the day that you were born
the angels got together
and decided to create a dream come true"


22.03.2552 (Thaizeitrechnung nach Buddha) อริยมรรคแปด
3+8=11=2
14+10=24=6
=>2+6=8
What an amazing answer of life


13.03. So viele Fragen. So many questions.

07.03. ..............
Ich habe nur einen kleinen Teil Deiner Familie nach Berlin retten können. Wir denken an Dich.
Subha, Seetha, Ratha, Mohan, Mani, die 5 Enkel und 2 Urenkel in Deutschland. Und Dein Flori.


04.03. Training?
Zynismus ist die Fähigkeit der Seele, Tragödien in wertvolle Lebenserfahrung zu verwandeln.
In der nächsten Woche gibt es Blutwerte also auch wieder für mich selbst. Nach wochenlangem Rumgejogge habe ich heute daher meine üblichen Fennrunden nach längerer Zeit mal hart abgespult, um zu sehen, ob es sich überhaupt lohnt, mit diesen 72 Kilo Lebendschwergewicht beim Laufen wieder anzugreifen. Es lief überraschend zügig. Das aktuelle Frühlingswetterintermezzo und die kurzfristige Aussicht auf Sommer machen Körper und Geist offenbar geschmeidig. Gegen alle sonstigen Schwierigkeiten. Noch 11 Tage bis Buffalo. Oder besser gesagt, bis บางนา. Der Wetter-TV-angedrohte neuerliche Wintereinbruch kann mich nun auch nicht mehr bremsen. Ebenso wie jedes Jahr wird 2009 zwölf volle Monde zeigen.

01.03. Anruf zwei.
Licht. Mein ältester Schwager hat es geschafft, zum Bunker vorzudringen, das Internationale Rote Kreuz hat ihn mitsamt Schwiegermutter per Boot irgendwie nach Trincomalee ins Hospital schaffen können. Hoffnung.
Auch wenn die Lage insgesamt unverändert sehr ernst ist.

Und doch: zusammen mit den ersten richtig warmen Sonnenstrahlen im Berlin 2009 erwachen endlich auch wieder ein paar fröhliche Hausgeister bei uns.
Dabei fällt mir ein, dass ich ja noch kein Wort über meinen ersten Marathon in diesem Jahr verloren habe. Dabei ist dieser seit 5 Wochen auch schon wieder Geschichte. Nach dem Gewinn 2008 war nicht viel mehr geplant als Durchhalten. Das ist Tim, Volker und mir in 3h38 ganz gut gelungen.
Hier noch die
Ergebnisse Team-Marathon 2009. Und zum Vergleich die Ergebnisse Team-Marathon 2008.

Leider war in diesem Jahr die letzte derartige Veranstaltung, zumindest unter der Ägide der SCC Running in Berlin.

28.02. Running in the rain.
Und doch war es schain. Sehr sogar. Mehr zum Samstagsausflug nach Treuenbrietzen - auch mit Bildern - gibt es ab hier nachzulesen.

26.02. Positiv.
Zumindest denken. Kurzentschlossen werde ich am Wochenende mal wieder etwas unterwegs sein und ausserhalb Berlins länger laufen. Der Frühling rückt näher und die 5-7 Kilo Mehrgewicht zu Topformzeiten müssen langsam eingeschmolzen werden. Zumal ich ab 15.3. endlich den krebsverlorenen vergangenen Sommer nachholen darf. Danke, Basti!

24.02. Oscarstolz.
Von den 8 goldenen Oscarstatuetten für den Film "Slumdog Millionaire" wurden Sonntagnacht 2 direkt an den berühmtesten aller lebenden Tamilen vergeben: Rahman.
Und genau das wurde -man glaubt es kaum- sogar in den Wirren des Krieges wahrgenommen und hat den Menschen ein wenig des so wichtigen Stolzes zurückgebracht.

Ich durfte Rahman in den 90igern einmal selbst kennenlernen. Zu Zeiten, da ihn hierzulande ausserhalb indischer Migrantengruppen kaum jemand kannte, war er verblüfft, beim Ku'damm Shopping weiss in seiner Muttersprache angeredet zu werden. Und ich, dass er sich sogar 10 Minuten Zeit für ein gemeinsames Bier gegenüber dem Kempinski nahm. Viel ist mir vom Gespräch nicht in Erinnerung. Aber einen seiner letzten Sätze, gesprochen in weiser wahrer Sufimanier, werde ich nie vergessen: "The grass is always greener on the other side."

A R Rahman - O Saya - from Slumdog Millionaire

21.02. Anruf eins.
Es war eines dieser Telefongespräche, die man niemals führen möchte. Die Leitung war sehr unrein. Die Stimme schluchzte. Im Hintergrund hörte man beinahe regelmässig ein dumpfes Schlagen wie von einer klassischen Pauke im Konzert. Raketentreffer. Der Anruf kam direkt aus dem Bunker. Sri Devi berichtete, dass ihre pflegebedüftigen Eltern nach 4 Wochen endlich wieder gewaschen werden konnten; dass es kaum noch zu Essen gibt; dass sie den Bunker fast gar nicht mehr verlassen können.

18.02. Propagandaschlacht.
Einen exzellenten und objektiven, niemanden rechtfertigenden Artikel fand ich in einem Wiener Online-Presseportal. Die Propagandaschlacht um Sri Lanka.

Sascha Zastiral scheint ein profunder Kenner der örtlichen Verhältnisse zu sein, das fiel mir schon in anderen von ihm bedienten Medien auf.
Hoffentlich finde ich einen profunden Mediziner, der meine Schwierigkeiten mit Bandscheiben und Ischias zu bearbeiten weiss.

17.02. Nachrichten.
Endlich ein Hinweis. Nachdem ich mir längst wie ein Call-Center-Mitarbeiter vorkomme, gab es gestern über "gerettete" Flüchtlinge, Nachbarn von Bekannten, die von Nachbarn der Verwandten gehört haben, dass ... immerhin die Information, dass noch alle am Leben seien. Aber eben leider auch, dass sie sich noch im Kriegsgebiet befinden sollen.
Sich die örtlichen Verhältnisse vorzustellen, und dabei durch einen verschneiten, friedlichen Grunewinterwald zu joggen, hat etwas Surreales. Mein (höchstvermutlich) nervender Ischias ist leider real, hat heute aber endlich mal Ruhe gegeben. So kamen immerhin 25km in 2h02 zusammen.

16.02. Freedom.
Warum bloss ist Freiheit fast überall in der Welt nur über Blutzölle zu erreichen?
Deutschland. Sri Lanka. Überall:


13.02. Krieg.
Systematische Erschiessung von Flüchtlingen

AUFHÖREN !!! BITTE !!!
SOFORT !!!

Es tut mir sehr leid, aber auch ich werde sonst keinerlei Rücksicht mehr nehmen auf mögliche Befindlichkeiten der Leser dieses Blogs und Bildmaterial aus dem Kriegsgebiet direkt und unzensiert zeitnah veröffentlichen.

12.02. GSP+ ?
Warum hat Sri Lanka immer noch GSP+ Handelsstatus mit der EU? Gibt es am Ende mehr zu verlieren als zu gewinnen? Mit meiner Familie als Blutzoll? Eine benachbarte Familie hat sich heute aus dem umkämpften Gebiet einstweilen nach Vavuniya retten können. Auch ihre Berichte verheissen nichts Beruhigendes.
Einen sachlichen und politischen Kommentar zur Lage gab letzten Donnerstag Christian Wagner (wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Asien bei der Stiftung Wissenschaft und Politik) dem InfoRadio Berlin:



Rauchende Trümmer in Norden und Osten

11.02. Wo bleiben die internationalen Sanktionen ?
Eine halbherzige BBC Aktion.
Und wo bleibt die einzig vernünftige Reaktion des Auswärtigen Amtes? Es kann doch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis eine an die Wand gedrückte Organisation wie die LTTE zu Mitteln greift, die auf internationale Kollateralschäden keinerlei Rücksicht mehr nimmt. Woher nimmt die örtliche Botschaft die Sicherheit, dass nicht demnächst auch wieder eine touristisch relevante Einrichtung Ziel eines Anschlages wird? Etwas, worauf mit Rücksicht auf die international weitverzweigte Flüchtlingsdiaspora und im Bemühen, den Konflikt lokal zu begrenzen, lange Zeit verzichtet wurde. Zum Glück. Wie fahrlässig, sich genau auf dieses Glück auch weiterhin zu verlassen.

Mit Vorsatz und als "Entschuldigung" für ihre brutalen Armee-Einsätze wird von der Regierung Sri Lankas die Mär vom Schutzschild verbreitet. Es ist tatsächlich so, dass die meisten Vannitamilen eher sterben würden, als sich freiwillig in die Hände der Soldaten zu begeben. Dies ist mein Gesamt-Eindruck aus vielen Gesprächen mit Tamilen in Europa. So viele Verwandte und Bekannte sind in der Vergangenheit von "Befragungen" nicht wieder zurückgekehrt. Und die südasiatisch übliche Übertreibung beim Schildern von Gräueltaten tut ihr Übriges dazu in dieses Klima des absoluten Regierungsmisstrauens und der Angst. Davon abgesehen: würde es tatsächlich nur um Terrorbekämpfung gehen: man stelle sich vor, Terroristen würden sich in Deutschland mit (sagen wir 500) "Geiseln" in den Hochharz zurückziehen, solange bis ihre (hier unerheblichen) Forderungen erfüllt wären. Den nationalen Aufschrei möchte ich (nicht) erleben, der einsetzen würde, käme auch nur eine der "Geiseln" zu Schaden.

Nine eleven war durch nichts zu entschuldigen. Leider hat er ebenso unentschuldbare Konsequenzen bei Politikern verursacht, denen der Anschlag zuviel Faust in Herz und Hirn gebombt hat. Und wieder sterben Unschuldige.

10.02. Verzweiflung.
Mit solchen Aktionen erweisen sich die Tamilen natürlich einen Bärendienst. Wie verzweifelt sind Menschen, die zum äussersten kriegerischen Mittel greifen und sich selbst zur Bombe machen, wie überaus sinnlos letztendlich solche Aktionen. Es ist leider davon auszugehen, dass die Regierungsarmee sich derart nur bestätigt sieht in der Ansicht, eine jede, ein jeder Tamile sei potentiell Attentäter und damit Staatsfeind, den es zu vernichten gilt. Krieg - nichts anderes als staatlich legitimierter Terrorismus. Und im Falle Sri Lankas definitiv auch Völkermord.

08.02.2009 Siegesrausch ohne Sieger.
Wieder einmal trifft die Neue Züricher Zeitung den Nagel auf den Kopf.

Der Tagesspiegel berichtet von westlichen Journalisten, die vergeblich versuchen, zumindest die Frontstadt Vavuniya zu erreichen, welche schon seit Jahren unter Sri Lankischer Staatskontrolle ist, aber überwiegend von Tamilen bewohnt wird. Mit dieser Stadt haben wir beinahe täglich telefonischen Kontakt. Beinahe alle Menschen dort haben Angst, auch nur nach den Geschehnissen im Kampfgebiet zu fragen. Aber an den vielen Verwundeten und vor allem den pausenlos über sie hinweg donnernden Fliegern können sie erkennen, welche Tragödien sich wenige Kilometer nördlich von ihnen ereignen; viele ihrer Familienmitglieder mitbetroffen.

07.02.2009 Sanktionen ?
Alle Welt sagt, "Hört auf!", aber das Auswärtige Amt ist nicht in der Lage, Deutschlands Touristen und Geschäftsleute von dieser Insel zwischen Himmel und Hölle zu bitten. Wenn sich das nicht noch rächt. Und hinterher werden wieder alle abwiegeln: damit war ja überhaupt nicht zu rechnen.

06.02.2009 Beten.
Ich beginne zu verstehen, wie Terrorgelüste entstehen. Ganz schlimm.

05.02.2009 Zensur.
"Alle Journalisten in diesem Land fürchten sich. Alle."
Und heute im Berliner Tagesspiegel:
Kein Konzept - 80% des Staatsetats für den Krieg !

04.02.2009 Krieg mit - und Demo ohne Wirkung?
Etwa 5000 Tamilen und leider noch zu wenige Deutsche haben heute friedlich gegen den Staatsterrorismus der Sri Lankischen Armee und für rasche humanitäre Hilfe im Krisengebiet demonstriert. Ebenso wie heute die Aussenminister der USA und Grossbritanniens und Papst Benedikt fordere ich selbst die Regierung Sri Lankas auf, die wahllose Bombardierung der letzten Rückzugsgebiete der Tamilen in der Region Vanni unverzüglich einzustellen und internationale Hilfsorganisationen und Beobachter zu- und einzulassen. Ich möchte keine Horrorvideos mehr schauen müssen auf der Suche nach Familienangehörigen, von denen wir nun länger keine Nachrichten mehr erhalten haben.
Die Folgen eines militärischen Pseudoerfolges gegen die LTTE sind im Übrigen schon jetzt nicht abzusehen. Jeder weitere Kriegstag mit zivilen Opfern fordert die international weitverzweigte tamilische Diaspora geradezu heraus. Ich bin ein Teil von ihr.

CNN International latest news /wird ständig unter neuem Link hochgeladen:

03.02.2009 Krieg.


Multi barrel rocket launcher - 500000 US$ teure Hauptwaffen eines furchtbaren Krieges

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul unterstützt die Forderungen diverser humanitärer Hilfsorganisationen nach Schaffung von Fluchtkorridoren, nach freiem Zugang zu den eingeschlossenen Menschen und die Entsendung internationaler Beobachter in den Norden Sri Lankas. Ungeachtet dessen gehen die schweren Kämpfe vor Ort leider weiter. Die letzten persönlichen Nachrichten aus dem Kriegsgebiet erreichten uns vor 14 Tagen.

02.02.2009 Trauer.

Achtung - von diesem User auf Daily Motion eingestelltes Filmmaterial enthält zum Teil Szenen, die für mitteleuropäische Betrachter unerträglich sind.
Die im hier verlinkten Video gezeigten Aufnahmen aus dem Kriegsgebiet im Vanni/Sri Lanka sind bis Minute 7 schrecklich genug (darüberhinaus auf eigene Gefahr), aber ich glaube den Link dorthin vetreten zu können. Denn die Bilder sind leider die ungeschminkte Wahrheit über zunehmend billigend in Kauf genommene Zivile Opfer im Krieg einer über das Ziel deutlich hinausschiessenden Regierung im Kampf gegen den (angeblichen) Terror im Norden Sri Lankas. Auch wenn beide Seiten an der brutalen Eskalation mitschuldig sind, zeigt die Regierung Sri Lankas aktuell alle Züge einer rassistisch geleiteten, jede unabhängige Berichterstattung unterbindende und von kriegsverherrlichender Staatspropaganda begleiteten Völkermordmaschinerie ähnlich Zuständen, wie sie in Deutschland vor etwa 70 Jahren geherrscht haben müssen.

Gerade gestern wurde mit dem Bombardement eines Rotkreuz-Krankenhauses das humanitäre Völkerrecht erneut schwer missachtet. Mit der gleichen unerbittlichen Härte, wie sie die Regierung unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung im Norden anwendet, werden nun auch kritische westliche Diplomaten und unabhängige internationale Medien eingeschüchtert.


Es reicht !
In Berlin findet am Mittwoch, dem 4.2.2009 -es ist der Unabhängigkeitstag Sri Lankas- um 13h00 eine grosse Demonstration gegen die Regierung Sri Lankas statt.


14.01.2009 * Pongkal * Tamilisches Neujahrs- und Erntedankfest.

Nun hat das Neue Jahr also wirklich beinahe überall begonnen. Leider ist allenthalben Krieg.

Und wenn ich mich noch so sehr darauf zurückzuziehen versuche, die positiven Dinge des Lebens zu sehen, alle Probleme auszublenden ... und einfach nur in den Tag zu leben und zu laufen ...
es ist Krieg.

-- 2008 -- :

31.12.2008
Die beste aller Mütter dieser Welt ab jetzt ihre kostbare Alterslebenszeit zu einem grossen Teil in Thailand verbringen, allen dortigen politischen Ränkespielen um die Machtnachfolge des geliebten Uraltkönigs zum Trotze. Klima, Ernährung und Geldwert sind deutlich günstiger, die medizinische Versorgung ebenso ... und dabei keineswegs schlechter - bedingt durch die vielen in Bangkok lebenden "Farangs".
Motto: die Globalisierung frisst ihre Kinder.

Eine weitere Computertomographie meiner maschinellen Innenwelt steht auch bevor, zusätzlich eine für die Finanzen.

Und mit Laufen soll 2009 auch wieder viel zu tun haben. Obgleich ich mir dank reichhaltigst leckeren Raclettes und zweier marzipanapfelpflaumenrosinengefüllter Gänsebratlinge zu Weihnachten derzeit kaum vorstellen kann, Ende Januar nach 15 Monaten Abstinenz schon wieder einen Ultramarathon zu laufen.


Das Maaagische Bankkonto

Stell Dir vor, Du hast bei einem Wettbewerb das folgende Spiel als Preis gewonnen:
Deine Bank stellt Dir morgen früh 86.400 Euro auf Deinem Bankkonto zur Verfügung.
Das Spiel hat - genau wie jedes andere auch - gewisse Regeln.

Regel 1: Du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto überweisen, nur ausgeben.
Regel 2: Alles was Du im Laufe des Tages nicht ausgegeben hast, wird wieder weggenommen.
Regel 3: Jeden Morgen, wenn Du erwachst, schreibt die Bank jedoch erneut 86.400 Euro gut für den Tag.
Regel 4: Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden, zu jeder Zeit kann Sie sagen:
„Es ist vorbei, das Spiel ist aus“. Sie kann das Konto schließen und Du bekommst kein neues mehr.

Was also würdest du tun?
Du würdest Dir alles kaufen was du möchtest?
Nicht nur für Dich selbst, auch für die Menschen die Du liebst?
Vielleicht sogar für die Menschen die du nicht einmal kennst - da Du das viele Geld ohnehin nie alles für Dich und Deine Lieben ausgeben könntest?
In jedem Fall aber würdest Du versuchen, jeden Cent bestmöglich zu nutzen - oder?

Weißt Du, eigentlich ist das Spiel längst Realität! Denn jeder von uns hat so ein "magisches Bankkonto". Wir sehen es nur nicht, denn die Bank hat keinen Namen.

Es ist die Zeit. Jeden Morgen wenn wir aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die übrige Zeit nicht gut geschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Gestern ist vergangen. Jeden Morgen füllt sich das Konto neu, und doch kann es jederzeit aufgelöst werden.
Ohne Vorwarnung.
Was machst Du also mit deinen täglichen 86.400 Sekunden?
Sind sie nicht viel mehr Wert als die gleiche Menge in Euro?

Fange an! Lebe Dein Leben. Jeden Tag. So als wäre das Spiel des Lebens schon morgen vorbei.

(aus gegebenem Anlass - Weihnachten)

27.11. Ein Jahr.
Meine neue Zeitrechnung hat im Grunde genau am 27.11.2007 um etwa 18h30 begonnen. Was ist seitdem nicht alles passiert. Fast kein Stein blieb auf dem anderen.
Es wäre ungerecht, allein die umwerfende Begegnung mit Dir dafür verantwortlich zu machen.
Und doch: in der Rückschau auf dieses eine Jahr bleiben mir weder die dramatischen Kriegsverschärfungen um meine angeheiratete Familie in Sri Lanka noch die Krebsdiagnose samt der Tumoroperation und zweimonatigen Chemotherapie in erster Erinnerung; nicht die Sorge, dass die eigene Familie sukzessive in ein politisch instabiles Thailand auswandert, oder gar wirtschaftlich existentielle Ängste in sich zuspitzenden Rahmenbedingungen. All das versuche ich häufigstmöglich und menschentypisch gedanklich zu verdrängen, stattdessen teils aussergewöhnliche mich selbst überraschende Bestzeiten und -leistungen wie einen ersten bedeutsameren Marathonsieg zurückzurufen ... oder die gemeinsamen Läufe und so ganz und gar ungewöhnlichen zutiefst seelenverwandten Gespräche mit Dir. Jedes Wort, jede Geste hat sich eingebrannt, mein schon umfassend geglaubtes Weltbild in seinen Grundfesten erschüttert, mich von 45 schlagartig ins Teenagerdasein zurückgebeamed.
Mammon globalisiert im Renntempo, doch unsere Herzen hinken in Schmerzen hinterher. Meines ruht nun verunglückt in Dir.


Amr Diab - Always with you

26.11. Ein neues 2008
... hätte ich jetzt doch mal ganz gerne. Meines ist arg ramponiert. Die eigene Familie macht auf der Suche nach dem neuen Zuhause in Bang-Na Abenteuerurlaub in Bangkok, die flüchtenden Schwiegereltern und Schwäger/innen im Sri Lanka-Krieg haben jetzt im Wortsinne Bombenwetter (Achtung, das hier nur für starke Nerven). Ja, das ist alles tatsächlich nur noch mit Sarkasmus zu ertragen. Die gesamte Situation. Manchmal frage ich mich, ob mir das Laufen nicht längst das Leben rettet. Das ist irgendwie so gerade noch brauchbar. Zumindest in diesem Jahr war und ist alles andere definitiv Schrott.

25.11. Bangkok.
Gestern sind Mama und Brüderchen hingeflogen. Heute wurde der Airport im Demomeer dicht gemacht. Die TV Bilder erinnern an die 1.Mais in Berlin. Nur, dass es in Thailand immer mehr Verletzte und Tote gibt. Die Touristen hängen jetzt erst mal fest. Na toll. Sonst hab ich ja auch keine Sorgen.

Meldet Euch, BITTE! Egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit.

24.11. Tumormarker.
Meine Nerven. Erst wurden sie nicht genommen. Dann wurden sie genommen, aber nicht alle durchgängig getestet. Anruf beim Doc letzten Donnerstag: einer der Werte fehlt noch. Ein bisschen psychoterroristisch ist das ja. Fehlt der nun wirklich? Oder wird da nochmal genauer hingeschaut? Bekommt man am Telefon überhaupt erzählt, wenn Werte mal richtig Grund zur Sorge sind?

Nach dem Prinzip der Schmerzüberlagerungen hatte ich am Wochenende zum Glück reichlich andere Problembaustellen, sodass erst der heutige Anruf beim Urologen Spannung zurückbrachte. Zitat: "Alles in Ordnung!" Na, immerhin. Nächster Termin am 12.01.2009, dann wieder ein CT von Bauch und Lunge.

23.11. Mannschaftshalbmarathon im Britzer Garten.
Die Ergebnisse werden nachgereicht, sollen am Mittwoch endlich online sein. Wir waren bei Eis, Split und Schneematsch knapp 1h36 unterwegs. Schöne Veranstaltung, von jeweils 6 zusammen startenden Läufern müssen am Ende 5 gemeinsam ins Ziel kommen. Einen darf man unterwegs aussetzen. Ein bisschen wie Mannschaftszeitfahren bei der Tour de France. Wobei das EPO aus Kuchen und Heissgetränken besteht und sinnvollerweise überwiegend erst im Ziel goutiert wird. Unsere erste Vereinsmannschaft hat es auf den dritten Platz geschafft und wurde dafür reichlich mit Lebweihnachtsware beworfen. Von allen Berliner Veranstaltungen dürfte das diejenige sein, wo meine Quote "kennich-zu-kennichnich" am höchsten ist.

22.11. Herzlichen Glückwunsch
... zum Geburtstag, liebes Brüderchen! Habe Dich im Messenger leider nicht angetroffen. Hyderabad scheint reich an Sehenswürdigkeiten zu sein.

21.11. Schlimm
... schlimmer. Und bei jeder Kameraeinstellung denkt man sich: WARUM !?!


Und morgen darf meine älteste Schwägerin dorthin zurück.

20.11. Wieviele
... Tage noch? Schlimm, schlimm.

19.11. Noch 11 Tage
... bis Laufpause. Es scheint besser zu sein, auf Team-Marathon Mitte Januar und Rodgau Ende Januar zu verzichten. Die 17,3km in 1h40 von Tegel rein in die City fielen heute früh trotz Bummeltempo doch sehr schwer. Allgemein gehäufte Müdigkeitsattacken. Und die Leistungen haben sich seit Mitte Oktober nicht verbessert. Genug Anzeichen, dass ich eher ins Übertraining rutsche als in Form.
Wie sagte die grosse Seele Gandhi so treffend: Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.

18.11. Heuwägelchen.
Das sagt mancher im Rheinland, wenn er sich nicht aufregen will, obwohl er innerlich eigentlich kocht. Kleines Blutbild. Und sonst nix. Die Tumormarker wurden vergessen. Ja, da müssen wir wohl nochmal ein neues Röhrchen voll machen. Ergebnisse Ende der Woche. Oder so.

Bisher: Erhöhter GOT-Wert. Lässt auf Infektion, Leberfehlfunktion, Muskelschaden oder andere Probleme schliessen. Es könnte sogar der Herzmuskel sein. Mit 47 ist der Wert aber offenbar nicht schlimm genug, um genauere Nachforschungen auszulösen. Ansonsten alles im Normbereich, der Hb-Wert bei -Tusch-! 13,8 - also sogar etwas mehr als nach meiner Formel vermutet. Der "Fehlbetrag" dürfte trainingsbedingt sein. Auch die Hormone sind sicher nicht Güteklasse 2.
Im Ultraschall fortschreitende Verkalkungen auf der anderen Seite. Dafür wächst und schmerzt die rechte Brustdrüse tüchtig. Die Chancen stehen leider gut, dass den Blog 2009 nicht mehr Herr shakal ryan schreibt, sondern eine Frau Suhrbier. *Sarkasmusmodus aus*

16.11. Vier schnelle Hirsche
... und ein Rehlein. Unsere kurzfristig zusammengestellte Forimarathonstaffel heute im Grunewald hat fast so geklappt wie geplant. Gesamtplatz 24 von knapp 800 Staffeln. Der Weltrekord des vierten Läufers in der Staffel mit der Startnummer 677 auf Platz 21 wird ganz sicher noch entdeckt:-) Mit 2h46:30 gab es auch eine ordentliche Zeit für die Stadtrandläufer. Der einzig Langsame war das Rehlein.
Ich. Mit einer 40er Zeit über 10km hatte ich trotz Waldstrecke nun wirklich gerechnet. Eine magere 41:41 wurde es. Das macht die Ergebnisse meiner aktuellen Blutprobe noch spannender. Der Hb-Wert wird kaum auf 14 geklettert sein. Wenn meine Theorie stimmt, dass bei etwa gleichem Training beim gleichen Mann die 10km Zeit multipliziert mit dem Hb-Wert auch ungefähr gleich bleibt, dann rechne ich mit 13,3-13,5. Vor der OP im Mai wurden bei mir 15,1 als Hb-Maximalwert festgestellt - bei einer Leistungsfähigkeit von etwas über 36min. Das macht einen "Punktewert" von 544. Also genau unsere heutige Startnummer.
Magisch.
Immerhin: wäre ich schneller gewesen, wäre unser Team kaum weiter vorne gelandet. Zu den Top20 war es noch ein gutes Stück. Das tröstet.
Wie auch die vielen Bilder, die schon im Netz sind. ZB hier bei Ines. Links unter "Meine Alben" auf "Marathonstaffel 2008 clicken".
Dafür vielen Dank. Und auch an zwei mal Frank. Dazu an Dirk und Tim. Auch Wetter war nicht schlimm.
Fazit: das hat viel Spass gemacht heute !

14.11. Die Banker
... sind Schuld. Wir haben den Salat. Rezession. Hierzulande ist ja eigentlich immer jemand schuldig, und diesmal hat es anscheinend die Banker getroffen. Dabei weiss eigentlich keiner wirklich, was Rezession eigentlich bedeutet. Und was ein Banker so macht. Ausser Geld zählen nach der Einnahme rechts, und vor der Ausgabe links. Nach dem Stau am Morgen und vor dem Stau am Abend. Und doch waren die Hinweise nicht zu übersehen. Schon seit Wochen fallen Blätter in grossen Mengen von den Bäumen, viel zu kühl für einen heissen Börsentag ist es inzwischen längst auch. Wenn man den Politikern Glauben schenkt, ist Rezession so etwas wie der grösstmögliche Betriebsunfall einer Gesellschaft. Hinter einer verlorenen Bundestagswahl, natürlich. Die Journalisten haben für die Bekanntmachung extra bis zum heutigen Freitag gewartet, dabei hat der "Schwarze Freitag" von 1929 mit den derzeitigen Verhältnissen soviel zu tun wie eine Pferdedroschke mit einem Raseratti Quattrofurze. Nur behaupten die Autobauer aktuell gerne, der Untergang mindestens Europas wäre nah, würde das Steuersäckel jetzt keine extragrossen Weihnachtsgeschenke für sie ausspucken. Wo doch die Banker keine verteilen in diesem Jahr. Und selbst viel kleinere bekommen. Wahrscheinlich sind sie alle längst vor der Rezession in die Depression geflohen. So ganz ohne neue Raserattis. Und ohne tägliche Staus. Gebt Ihnen also ein paar Streicheleinheiten. Mindestens. Denn zu allem Überfluss: in einer aktuellen Umfrage, wen die Bundesbürger gern zum Freund hätten, belegten die letzten drei Plätze Vorbestrafte und Prostituierte.
Und Banker.

13.11. Ergebnisse
... der Crossmeisterschaften vom vergangenen Wochenende sind doch schneller online gegangen als gemunkelt wurde.
Sie stehen hier.
Die Ergebnisse meines montäglichen Aderlasses kann ich erst am nächsten Montag abholen, vorher ist keine Gelegenheit. Dafür bekomme ich dann auch gleich wieder eine Ultraschalluntersuchung und eine ärztliche Lageschätzung dazu.

12.11. Würfelquallen
... sind neu an Thailands Stränden aufgetaucht. Da freu ich mich ja besonders auf's nächste Meerbad. Freundlicherweise habe ich nämlich eine Einladung für das kommende Frühjahr dorthin. Unschlüssig bin ich jetzt, welche Insel wir besuchen sollen. Wir werden einfach mal drum würfeln.

Zusammengewürfelt wird von mir gerade auch ein Team für den beliebten Staffelmarathon des SCC am kommenden Sonntag. Wenn jetzt noch ein schneller Hirsch mit einsteigt, bin ich lahmes Reh selber schon wieder raus. Wäre OK - Ersatzmann und Teammanager ist auch ohne eigenes Laufen Spass und Action genug.

Und wer selbst vom Laufen nie genug bekommen kann, hört ein solches punktgenaues Interview eines 24h-Läufers nur zu gern. Der ehemalige Deutsche und Europäische Meister Jens Lukas ist eben nicht nur ein toller Läufer und Vorbild, sondern auch und vor allem ein toller Mensch. Ich glaube, das hört man in diesen 5 Minuten vom vergangenen Sonntag mit den beiden Moderatoren von Radio Eins.

(die Audiodatei muss nach dem click erst hochladen, dafür bitte Geduld)

11.11. Der neue Bond
... wird der erste in schwarz-weiss. Nachdem vor einer Woche endlich der neue Hauptdarsteller gefunden wurde, konnte der Vorspann schon abgedreht werden, diesmal in Chicago. Null-Null-Sieben hob ein Nekrophilienest bei seiner Oma aus. Schon klassisch ist beim begehrtesten Weniggeheimagenten der Welt der ständig wechselnde Migrationshintergrund, was die Wahl des neuen Hauptdarstellers erklärt. Gestern Berlin, heute Afghanistan, morgen vielleicht Venezuela. Und die Blonde kann erstmals auf den Malediven gebumst werden. In der neuen Folge wird es nämlich um Immobilienspekulanten gehen, die den prüden Inselbewohnern eine kommende Klimakatastrophe vorgaukeln, ihnen dann das marode gewordene kalte pleite Island verhökern und sie so von den kostbaren Palmentrauminseln weglocken. Und während unser Held als einziger den Unterschied zwischen dem Chateau Rothschild und dem Chateau briand findet, braut sich in Washington Ungemach zusammen, als ein unerzogener Hund zwei kleine Mädchen bedroht. Wird Agent Obama noch rechtzeitig sein Heimatministerium einschalten können? Und was hat es mit der kühlen Angie Moneypenny auf sich, die sich da ständig als Housesitter andient.

Unklar wird bleiben, was mit dem alten Bond passiert ist. Wurde dieser gerührt oder geschüttelt? Bekam er gar auf seiner eigenen Trauminsel Guantanamo versehentlich die falsche Barack zugeteilt - Tod durch Folter inbegriffen?

10.11. Blutabnahme.
Endlich mal wieder. Der rechte Arm scheidet inzwischen praktisch aus. Erstaunlich, dass der überhaupt noch irgendwie funktioniert. Venen scheint er keine mehr zu haben. Der dritte Versuch machte dann im Linken die nötigen 3 Röhrchen voll. Diesmal werden auch wieder die Tumormarker mitbestimmt. Besonders gespannt bin ich auf den Hämoglobinwert. Donnerstag gibts die Ergebnisse.

09.11. Selber laufen.
Langsam. Laaaaangsamm. Erstmalig wieder eine Meisterschaft, genauer die Berlin-Brandenburgischen Crossmeisterschaften. Die Männer durften 8800m laufen, ich nur 6600. Weil Senior. Über 40Jährige bekamen ein eigenes Rennen. Das war vielleicht auch ganz gut so, denn bei den jungen Kerlen war mit Carsten Schlangen ein veritabler Peking-Olympionike als Lokomotive vorne weg. Hinter ihm Geschnaufe, er selbst hätte unterwegs wohl einen schönen Farn- oder Blumenstrauss neben der Strecke zusammen stellen können, wäre diese nicht so überaus spektakulär und abwechslungsreich gewesen. Nur Wiese und gelegentlich ein wenig Sand. Der Wettkampf war nicht mal im erwarteten Reiterstadion, sondern da, wo sonst Phil Collins und Madonna auftreten. Auf dem Maifeld neben dem Olympiastadion wächst im November aber nichts. Gar nichts. Ausser Wind. Beim Dagegenanlaufen fällt man unweigerlich ins Hohlcross - daher wohl der Name der Meisterschaft.

Ich bin taktisch gelaufen, und von 13 Läufern mit Altershintergrund zwischen 45 und 50 tatsächlich nicht Letzter geworden. Sondern Vorletzter. Gesamt 29. von 65 Teilnehmern. Ab der berenteten M65 aufwärts hätte meine Zeit zum Meistertitel gereicht.
Ein paar detaillierte Ergebnisse werden nachgereicht. Der Leichtathletikverband soll nämlich geschätzt 3 bis 4 Wochen benötigen, diese ins Internet zu stellen. Ich hab deshalb schon mal eine Papierliste abgestaubt. Hoffentlich war es nicht die Einzige;-)

08.11. Laufen.
Der Ultimative Forumteam-Lauf UFL, heute im Herbstwald an der Havel. Ich bin nicht mitgelaufen. Für mein Dummrumstehen gab es aber auch eine Urkunde.

Und hier gibt es die Bilder. Schön war's mit Euch.

07.11. Sterben.
Jimmy hat lange durchgehalten. Zweiunddreissig (!) Chemotherapien, die letzte Anfang 2008. 15 lange Jahre Leben und Kampf mit dem Hodenkrebs. Am Ende leider vergeblich. Der schweiz-kanadische Eishockeystar wurde 55 Jahre alt. Gestern wurde er in Lausanne beerdigt. Friede seiner Seele.

06.11. Winken.
Winken. Lächeln. Winken. Küsschen.
Winken.
Irgendwie scheinen Präsidenten noch weniger tun zu müssen als Bürgermeister. Letztere lassen sich immerhin noch zu spontanen Parties und gelegentlichen Stehgreif-Statements hinreissen. Aber was will man auch erwarten von einem weltmediengerecht zusammengebauten GildohateuchliebundObamanochvielmehrstrahler, der anders als sein amerikanischer "Heal-the-world"-Popmusikvorgänger zwar keine neue Nase will, aber dafür gleich eine ganz neue Welt. "The change has come." Has it? Der kleinste gemeinsame Nenner ist schwarz. Er ist auch weiss, was viele gern vergessen. Er gefällt beinahe allen, hat Geist und Gefühl. Und jetzt auch ordentlich Amt und Würden. Aber "change"? Hatten wir das alles nicht schon vor Jahren in der Bill Cosby-Show? Hätten nur die Männer in den USA wählen dürfen, wäre nicht Herr Obama Präsident geworden. Hätten nur die Frauen wählen dürfen, gäbe es nun eine PräsidentIN. Schon toll, was Hermaphroditen auf einem Wahlzettel alles anrichten können.

Aber ich will nicht klagen. Die Monatsgebühren werden sinken. Bei steigendem Wettbewerb unter zahlreichen neu zu eröffnenden Fitnessclubs. Ich seh schon unsere uckermärkische Kohlmeise bei vorsichtigen Versuchen, ein "Hot Iron" anzufassen. Bislang hat sie das ja gern vermieden.

05.11. Yma ist tot.
Das Fünf-bis-Sechs-Oktavenwunder schlechthin starb am 01.11. in einem Altersheim in Los Angeles. An Krebs. Schade, dass sie so wenig gehört wurde. Schön, dass zumindest die genialen Coen-Brüder sie noch einmal in Erinnerung gerufen hatten.
Wahre Wunder sind selten wirtschaftlich erfolgreich. Anders als medienversteuerte, orientierungslose Teens auf selbstgerechten sonnenstudierten Talentschaubohlen oder Zweitligatenöre in tumben Möchtegernparzival-Telekomspots.


04.11. Wahltag.
Gestern war er in Hessen ausgefallen. Das hat den Vorteil, dass man endlich von einem Ypsilantisieg schreiben darf, wo man bislang das so sperrige Angstgespenst aller Fünftklässler beim Diktat bemühen musste. Pürrus ade dank SPde.

Nun also die USA. Die Wahl der Weltmänner. Der echten. Wie beim Highlander: es kann nur einen geben. Und allein der Verlierer wird Zeit zur Wellness bekommen. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob schwarz oder weiss noch eine Rolle spielt, angesichts der inzwischen entscheidenderen Gelben in Fernost. Da wäre schon Grund zur Freude, würde der Staatschef überhaupt mal gewählt.
Immerhin, sollte der Herr Obama ins Schwarze Haus ziehen, muss er -anders als Frau Y.- mit niemand koalieren, obgleich aktuellen Umfragen zufolge -und auch anders als bei Frau Y.- eigentlich genug Koalitionspartnerinnen dazu bereit wären. 27% aller deutschen Frauen hätten gerne mal eine Affäre mit ihm, war zu lesen. Hoffen wir, dass davon keine Monika heisst. Oder genau das Gegenteil.

03.11. Tiefebene
... erreicht. Die Zwei Waldrunden gestern waren relativ betrachtet auch nicht schneller als die 10km vom 12.10. und mein Gemüt hat gleich nochmals eine Keule mitbekommen. Dabei ist heute doch Weltmännertag. Keine Ahnung, was mann an so einem Tag tun muss, ich hab es mal wieder mit Wellness versucht. Orangenaufguss statt Orangenhaut, Aufguss Sliwowitz zu russischem Herrenwitz, türkisches Bad bei Backofentemperaturen und Rückenschwimmen statt Brust- ... vielleicht genügt das ja, um an diesem Tag als Mann von Welt zu gelten.

02.11. Laufen
... cross durch den Grunewald.
Und Musik.

01.11. Halloween
... und schon liegen die Nerven blank. Die BMW-Erbin wird erpresst. Nun soll BMW nicht etwa Opel in Rüsselsheim kaufen, damit die Aktien steigen, sondern in ihrer Nähe waren irgendwo Rüssel gestiegen und das wurde mit der Kamera aufgezeichnet. Jetzt, da die Öffentlichkeit erfahren soll, woher der Dreier BMW kommt, meldet sich prompt auch Sarah Connor zu Wort. Auf ihrer Homepage, der Zeitung mit den 4 Buchtaben, gibt sie die Trennung von ihrem angeblich in diversen Clubs unzüchtig gewordenen Dauerrüssel der letzten Jahre bekannt. Wir lernen, Bonusaffären sind nur dem Verkehrsminister gestattet. Stille Wasser sind Tiefensee. Mal abwarten, wann dazu "Bild"material aus der Bahn auftaucht.

30.10. Viel zu kurz
... ist das Leben, um sich nur zu ärgern und zu sorgen. Ich lass es einfach. Und geh erst mal wieder zum Arzt. kruzzitürkenfixaberauchnochmalihrkönntmichmalkruzifixweiseimbürgeramtfürpseudosozialesundangeblichegesundheit

29.10. Viele Kinder.
Das wünschen sich bundesweit wieder vermehrt junge Männer. So eine aktuelle Umfrage. Bei mir hat es sich zwar erledigt, aber ich bin auch nicht mehr jung. Porsche reagiert dafür prompt und tauscht die wegbrechende Nachfrage nach sportlichen Zweisitzern gegen hoffnungsvolle Golf Diesel. Da der Ölpreis fällt und die jungen Männer zudem kaum mehr ihre Familienbahncards werden nutzen können, weil den ICEs die Achsen wegbrechen, treibt das alles den VW Aktienkurs in ungeahnte Höhen. Eine neue Umfrage muss also her. Für den Fall, dabei käme heraus, dass sich junge Emanzen, äh Frauen, zukünftig weniger Kinder, aber dafür mehr sportliche Zweisitzer wünschen, empfehle ich schon mal die Aktien der Allianz Versicherung. Und jungen Männern die Bahn.
=/;o)

28.10. Graue Haare.
In dem Fall wohl eher nicht von der Chemo. Immerhin, es ist mehr Kopfschmuck als zuvor. Und mehr Pelz für den Winter. Beim Betrachten der Mützenauswahl auf der Ablage kam mir einer meiner Lieblingsultras wieder in den Sinn. Zur Unterbindung einer spontanen Anmeldung eines Verrückten war niemand da, der Neuanfang ist vielleicht gemacht. Ein erstes Ziel für 2009 steht. In Rodgau war ich schon mal DNF: "Did Not Finish."
Gerade so, wie im Rennen um Dich.

27.10. Also auf Ex.
Ein ganzes Nutellaglas! Verbrennen werde ich es ohnehin, etwaige Akne spielt keine Rolle mehr. Aber der Alptraum mit Dir.

26.10. Berlin-Cup
... der 15. und letzte Lauf der Wertung. 3,6km durch die Hasenheide. 17 Punkte aus Neukölln, am Ende mit 132 Punkten noch von Platz 9 unter die ersten Acht auf Platz 6 meiner Altersklassenwertung M45 gerückt, somit Buffet- und Bühnenberechtigung für die Abschlussveranstaltung am 24.01.2009 erlangt. Nur darum ging es mir. Sonst ... hätte ich wohl daheim bleiben wollen. Was schade gewesen wäre, denn der herrliche Herbsttag brachte auch noch ein französisches Frühstück unter PSB-Vereinskollegen. Das wohl letzte im Freien 2008. Matilda, Gräfestrasse: Milchkaffee, Glas Wasser, Croissant, Paris-Marathon-Shirt. Und Gauloises. Letztere rauchten zum Glück nur am Nachbartisch. Das Seelenunheil eines verzweifelten Clochards unter der Seinebrücke raucht dafür ewig in mir. Zero points.

23.10. "---"

22.10. "Ich muss mit Dir reden!"
Du hast angerufen. Ich war sofort da. Wohl ein letztes Mal. Es tut mir unendlich leid. Mir war nicht bewusst, dass auch Du längst ebenso viel Kummer in Deinem Herzen trägst wie ich.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)

... why can't I.

21.10. Rolltreppe.
Auch schon wieder. Immerhin bringt es mich auf andere Gedanken. Berlin mit den Augen einer 58jährigen "Fahr"schülerin neu zu erleben, hat etwas Faszinierendes. Sie wollte zwei Wochen in der Grossstadt bleiben. Es werden wohl eher drei. Trotz gefährlicher Stahlraupen. Aber die Currywurst schmeckt so gut. Und in der U-Bahn fühlt sie sich auch richtig wohl.
Jetzt warten wir noch auf den ersten Schnee.

20.10. Ach Gott.
Schon wieder Du. Die Chancen, in Berlin jemand Bestimmtes zufällig auf der Strasse zu treffen sind etwa 1 zu Ziemlichviel. Aber klar, wer wie ich sogar beim Berlin-Marathon unter 40000 zielsicher in die richtige kracht, schafft das bei ca 4 Millionen Berlinern und Besuchern ohne Marathon genauso gut.
Umzug oder Laufen aufgeben. Oder beides. Bevor ich tatsächlich dem Herzbruch erliege.

19.10. Auf der Roten Liste
... der möglicherweise aussterbenden Tierarten steht nicht nur der Shakal, sondern neuerdings auch der Dax. In den USA war ein grösserer Bau eingestürzt, die Schockwellen erwischten zunächst das Spa-Schwein, es war endemisch im Land der Geysire und heissen Quellen zu Hause. Keine Wellness mehr in Island.

Wie lange die verschiedenen Gattungen des Dax noch durchhalten, wird massgeblich bestimmt werden vom Verhalten ihrer natürlichen Fressfeinde, der Geldwieheuschrecken. Denen geht es derzeit so gut wie dem Mittelhessischen Ackerbeutelrattenmann, die Erdnussjäger haben wie immer ein gutes Jahr.
Der Goldhamster konnte wieder von der Roten Liste gestrichen werden. Das putzige Tierchen, bevorzugte Beute des Dax, war in den letzten Jahren fast nur noch in abgelegenen und damit sicheren hinterindischen Armreifen gesichtet worden. Oder beim Zahnarzt.

Auf Roten Listen richtig daheim fühlen sich hingegen das Müntepferd und die Steinmeierlaus. Da möchte zwar mancher in bester Heck-Manier rufen "Drei mal dabei, bitte nicht wiederwählen". Aber sie wollen ja lediglich noch besser Ein- und Ausgänge kontrollieren, damit der Daxbau hierzulande nicht vollends zusammenbricht. Wo doch "Rezession" das kollektive Damenkloschwert aller Regierenden ist. Nicht nur des Uckermärkischen Kohlmeischens von der Schwarzen Liste. Doch Obacht, kreuzbrave graue Kohlmeise: bisweilen kommen sogar aus einer grünen Liste unerwartete Fressfeinde. Von der Gelben Liste droht jedoch keine Gefahr für Irgendwen. Diese scheint, von einer Westerwelle fortgespült, als Liste insgesamt ausgestorben zu sein.

18.10. Das Leben ist gefährlich.
Es gibt nicht nur Pilze und Löwen und Krebs. Nein, auch Rolltreppen. Wenn meine älteste Schwägerin (58) aus Vavunya und damit quasi direktamente aus dem Krieg heraus zu ihrer Tochter ins Westeuropa des 21.Jahrhundert gebeamed wird, entstehen daraus zuweilen haarsträubende und skurille Szenen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie vor Jahren eine volle Teetasse an unserer Wohnzimmerwand landete. Eine auf irgendeiner Kirmes gewonnene recht echt wirkende Gummischlange hatte ich ohne Hintergedanken irgendwann mal hingebungsvoll in unserem Bananenbaumblattwerk drapiert, nicht ahnend, dass eine andere Schwägerin, frisch aus Sri Lankas Dschungel importiert, gerade davor ihren ersten Ceylon Tee in Europa würde goutieren wollen.

Diesmal also Rolltreppe. Wenn man 58 Jahre lang nur barfuss oder allenfalls mit Flipflops bzw Slippers an den Füssen in den Tropen unterwegs war, kann es früh 5 Grad haben, das Schuhwerk wird sich nicht ändern. Das Angebot von Strumpf oder Socke gilt als Attentat. Eine beige Pelzkragenwinterjacke zu indigo Sari und nackten Füssen in Flipflops wurde gezwungenermassen immerhin akzeptiert und unsere grossen Konsumtempel sind natürlich verführerisch. Wären da bloss nicht diese rasenden grauen Stahlraupenmonster zu überwinden, mit deren Hilfe man angeblich ein Stockwerk höher fahren können soll. Das sind doch in Wirklichkeit bösartige Zehenfresser!
Die Schiffstour von Wannsee nach Kladow hat ihr heute deutlich besser gefallen. So gut, dass nach der Rückkehr am Bahnhof auch der Weg hoch zum Bahnsteig gemeistert wurde. Erstmalig per Rolltreppe =/:-)

17.10. Quäl mich, Du Sau!
Frei nach einem der berühmt gewordenen Radfahrersprüche bei der Tour de France, die zukünftig mindestens bei ARD und ZDF unsgesendet bleiben, hab ich die 4-Worte-Formel gefunden, die mir am besten in diese Zeit passt. Harte Arbeit, wenig Gesundheit, keine Sonne, keine Liebe, hier und da Krieg. Aber doch einige liebe Menschen, die an meinen Geburtstag diese Woche gedacht haben, oder versuchten, mich aufgrund meines letzten Blog-Eintrages vom 13.10. aufzumuntern. Dafür an dieser Stelle ganz ganz herzlichen DANK!

Qualen wurden gestern auch im Vereinstraining wiederentdeckt. Tempoflex heisst das, wenn man im Intervalltraining noch Raketenendstufen zusätzlich zünden soll. Das ist ein Gefühl, als hörte man beim Betreten des S-Bahnhofs schon den einfahrenden Zug, bloss um oben nach dreiundsiebzig unendlich langen harten Treppenstufen am Bahnsteig festzustellen, es ist der ausfahrende. Und der letzte. Auf den man ergo unbedingt noch aufspringen muss.
Ich hatte mich mutig an die Plan-Vorgaben für 40 Minuten Leistungsfähigkeit über 10km gemacht. Und habe am Ende den Plan für 41 Minuten erfüllt. Das passt zum letzten Sonntag. Und zu mir. Immer mehr wollen als möglich ist.

Niemand ist perfekt. (ausser Dir natürlich, aber Du liest ja eh nicht -mehr- mit) - Doch nur wer sich konstant und entschlossen um Perfektion bemüht, wird ihr am Ende tatsächlich am nächsten kommen.

13.10. Tieftraurig.
Sterbe ich nicht an Krebs, dann eben an gebrochenem Herzen.

12.10. Ein "echter" Ironman
... ist er jetzt, der Alex. Herzlichen Glückwunsch !
Auch der Organisator des leider mit der letzten Ausgabe eingestellten Berliner Team-Marathon, Roland Winkler, war -bebobachtet vom ZDF in der Sportreportage- begeistert und erfolgreich in knapp 12 Stunden im Ziel.
Irgendwie ist das ja eine heisse Angelegenheit dort auf Hawaii. Die Strecke scheint auch nicht aufregender zu sein als die zwischen Athen und Sparta.

Ich selbst war am Sonntag auch unterwegs, aber nur 10km cross 3mal über die Zehlendorfer Rodelbahn. Schlitten konnte man im Keller lassen, aber Lifte gab's leider auch keine. 43 Minuten sind angesichts dessen Wahnsinn. Flach auf Strasse wäre das wohl eine 41. Von den einstmals durch die Chemo draufgepackten 15 Minuten bei einem 10km-Lauf, von denen ich mir Ende August in Kreuzberg 5 wieder erkämpft hatte, sind also weitere 5 zurückerobert.
Aber sonst ... war es ein trauriger Tag.

11.10. Weltumspannend sportlich
... dieses Wochenende. In Japan ist man vor unserer Zeit und schon im Ziel. Herzlichen Glückwunsch, Joachim !

Derweil ist Alex auf Hawaii beim Iron Man unterwegs. Und in Dortmund hat sich ein unterhaltsames Fussballspiel gegen Russland entsponnen.

08.10. Die nächste Katastrophe
... die runterreisst. Von Sri Lanka und Bangkok ("hallo Brüderchen, bleib bitte im Vorort in den eigenen Vier Wänden") war ja schon die Rede. Nun ein Rückblick:

15.10.2000 - es ist noch vor 6 in der Früh', das Wetter ist gut genug für unsere Hausergruppe, das Flugzeug der Yeti Airlines in Kathmandu zu besteigen. Endlich zum Everest. Was habe ich mich auf diese Reise gefreut. Die Sicht ist prima, was auch zwingend erforderlich ist, denn der Miniflughafen Lukla ist kleiner als der Busbahnhof von Castrop-Rauxel Süd, und Piloten können dort nicht durchstarten, wie sonst bei Airports allgemein möglich. Die im Sichtflug genau zu treffende Landebahn führt leicht bergauf, damit Flugzeuge rechtzeitig vor der senkrechten das schäumende Flusstal des Dudh Khosi nach Osten flankierenden Felswand zum Stehen kommen. Viele Geschichten von aus dem Everest-Gebiet heimkommenden Trekkern und Bergsteigern schildern aufregende Flüge nach und ab Lukla beinahe abenteuerlicher als die Bergtour selbst. Ich war insgesamt vier mal zwischen Kathmandu und Lukla unterwegs. Unser damaliger Rückflug musste um einen Tag verschoben werden, eine havarierte Maschine blockierte die Start- und Landebahn, musste von 50 Ortsansässigen mithilfe eines ganzen Traktors erst einmal weggeräumt werden. Von materiellen Schäden abgesehen war nicht viel passiert, die Bugräder waren bei der Landung gebrochen, der Flieger daher durch die seinerzeit nicht einmal befestigte Naturpiste gepflügt. Man munkelte, der Flieger hätte zu viele Bierkisten geladen gehabt. Den Passagieren war wider jeden Erscheinungsbildes des Wracks ausser einigen Platzwunden zum Glück nichts passiert.
Das war heute früh leider anders. Aus vielen Träumen wurde hier ein gemeinsamer Alptraum.
Meine Gedanken sind jetzt bei diesen hoffnungsvoll wie einstmals ich in ihren Urlaub gestarteten Menschen und ganz besonders ihren Hinterbliebenen.

07.10. Im freien Fall
... befinden sich nicht nur viele Aktienkurse weltweit, sondern auch das angezeigte Gewicht meiner Waage. Kaum geht die Belastung nach oben, verändert sich erneut der Körperbau. Hoffentlich halten die leicht "protrusierten" Bandscheiben stand. Und hoffentlich kauft Russland nach Island nicht auch noch Grossbritannien.
Wie wär es stattdessen mit Sri Lanka ?
Vielleicht könnte das zugleich ein paar Menschenleben retten. Und unsere Telefonrechnung.

06.10. Banküberfall
... bekommt derzeit eine völlig neue Bedeutung. Banken werden nicht mehr überfallen. Sie überfallen selbst. Auch neu: die Bundespolizei schaut zu und deutet durch ihr Verhalten Nachverhandlungsbereitschaft an. Wer nur 26 Milliarden ergattern konnte, darf noch mal und bis zu 100 Milliarden abholen. Ist ja auch billiger, als die Bank ins Gefängnis zu stecken -äh- zu schliessen. Und eine vertrauensbildende Massnahme dazu. Beim nächsten Mal ruhig noch höher pokern - wir merkeln es wieder gerade. Sind doch nur gut 1000 peanuts pro Bundesbürger. Knapp weniger als ein USA-Urlaub. Oder eine Brille für Angela.

04.10. Neue Ziele
... wo seid ihr? - Anämie bedeutet Blutleere.

Zu wem so laut das Schicksal spricht, der darf auch lauter sprechen mit dem Schicksal. (Hölderlin)
Nie erfahren wir unser Leben stärker als in großer Liebe und in tiefer Trauer. (Rilke)

Um die Trauer zu bewältigen, sollte ich nicht der offenbar verlorenen schönsten möglichen Zukunft nachweinen. Sondern dringend eine noch schönere gänzlich andere erfinden. Auch wenn dies bedeuten sollte, den Laufsport insgesamt aufzugeben. Zuviel erinnert an gesunde Momente. Und noch mehr an Dich.

02.10. Posttherapeutisches Trauma.
Dass es so etwas gibt und erklärt, warum man(n) auf einmal so "nah am Wasser gebaut" ist, erfuhr ich auch erst jetzt. Jetzt müssen ganz schnell neue Ziele her, doch irgendwie hängen alle Planungen in der Luft. Immerhin gab es erstmals wieder positive Nachrichten aus dem Kriegsgebiet um Kilinochchi. Die UN darf wieder rein und kann hoffentlich Nahrung an die Richtigen verteilen. Denn solche Meldungen sind eigentlich nicht geeignet, daran zu glauben.
Ich erinnere mich noch gut an Kilinochchi, wo ich zu Beginn der 90er sogar eine Zeit lang gewohnt habe - in einfachsten Verhältnissen. Es gibt wahrlich schönere Flecken in Sri Lanka, als diese überwiegend trockene Kobragrube "in the middle of nowhere". Aber dieser Ort trägt nun die allerletzten verzweifelten Hoffnungen Hunderttausender Flüchtlinge inlands ... und ihrer längst weltweit in alle Himmelsrichtungen verstreuten Verwandtschaft.

30.09. Mein letzter Marathon?
... oder doch der erste zum zweiten Mal? Zunächst mal bin ich froh, so weit gekommen zu sein. Nachdem ich heute einige Menschen nach 5 Monaten erstmals wieder gesehen habe, steht mindestens fest, dass der alte Spruch der russischen Marathonlehre richtig ist: "wenn Du aussiehst wie nach 3 Jahren Gulag, dann bist Du perfekt vorbereitet." Der Umkehrschluss gilt jetzt für mich: "Du bist dicker geworden, richtig rundlich im Gesicht." Oder: "Wat, Sie sin och wiedda da? Ick hätte se fast nisch wieda akannt. Warn se uff Tenneriffaa in Lanngzaiturlob?"

Also doch Häkelstudium bei Hagebuttentee und Buchweizenkeksen. Und Avonberater werden. Oder Personal Trainer. Leider kann ich mir für Letzteres die Fachtermini so schwer merken. Bei BBP dachte ich erst an Anabolikadiät für Hausfrauen, das Hot Iron hielt ich für ihr Bügeleisen. Aber jetzt wo ich Bescheid weiss, hab ich irgendwie immer mehr Lust auf Kraftsport. Da könnte der Hämoglobinwert nämlich ruhig weiterdümpeln, man würde es mir nicht ansehen. Ausser in Laufergebnislisten.

Erste Bilder von unserem tollen Team in Aktion sowohl auf der Strecke als auch am Buffet gibt es hier

29.09. Vielen lieben Dank ...
allen Menschen, die an diesem Wochenende an mich gedacht, angerufen, gemailt, in Foren beglückwünscht, oder einfach nur umarmt haben. Und dann muss man wegen Medaillenbild noch mal um einen Tag vertrösten. Sorry. Dafür wird es dann aber auch zwei geben.
Bilder wie Medaillen. Ganz legal. Eine gute Seele beim SCC hatte mir eine zusätzliche Plakette versprochen, die ich auch erhielt. Wäre ich beim "Berlin Schaffathon 2008" im Jahr Eins nach Chemo nicht durchgekommen, hätte ich nun gar keine. In den Jahren BC (before chemo) war das aber nur einmal geschehen. Ausgerechnet beim Team-Marathon im Berliner Plänterwald. Allerdings ist das schon ein paar Jahre her. In diesem Jahr hatten wir ja sogar (bei deutlich schlechterem Wetter als gestern) gewonnen .

28.09. Teil 2:
Mein Berliner Verein PSB24 hat wieder gut zugeschlagen. Zunächst beim Berlin-Marathon mit insgesamt 30 Finishern, davon 9mal sub3, mitgerechnet diejenigen, die auch für auswärtige Vereine oder Firmen gestartet sind. Dazu ein dritter Platz in der AltersKlasse M55, ein siebter in der M65. Anschliessend wurde am grandiosen Frei-Buffet im Vereinscasino zugeschlagen, dabei war Gelegenheit, noch fehlende Gesichter den Läufernamen zuzuordnen und die Eindrücke des Tages zu vertiefen. Nach der leckeren Pastaparty gestern mit den Freunden vom SCC Marathon-Forum ein schöner Abschluss eines insgesamt sehr gelungenen Marathon-Wochenendes.
Groooosses Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben!

28.09. Mission completed.
Vorbei. Berlin-Marathon hat fertig. Ich auch. 1h45 für die erste Hälfte, gruselige 2h09 für den Rest. Bis km 25 sogar auf Kurs 3h30, kam dann Dixi. Frau Plumpsklo bekam satte 8 Minuten Besuch von mir bevor es weiterlief. Mit knapp 2h40 war ich bei km 30 immer noch gut dabei, bei km 35 und ca 3h07 begann die Knautscherei. 48 Minuten für die letzten 7,2km. Das sieht nicht nur nach Laufanfänger aus. Das war auch so. Peinlich. Zu schnell losgelaufen. Aber genau das ist die Crux derzeit. Bei 5er Schnitt hab ich mich eigentlich prima gefühlt, von etwa km 5 bis km 13 mit J.R. aus dem SCC Berlin-Marathon-Forum nett geplaudert, danach viele Bekannte und Vereinskameraden auf und an der Strecke begrüsst. Doch die Ausdauerdecke reichte am Ende eben überhaupt nicht. Hätte mich bei km 40 nicht Hübi, der berühmtbeliebte Berlin-Marathon-Dauerläufer, aufgelesen und ins Ziel gezogen, ich glaub ich wär gar nicht mehr ins Laufen gekommen.
Jetzt bin ich nur noch gespannt, wieviele Türschwellenprellungen und Treppenstolperer bis morgen zusammen kommen. Den kleinen rechten Zeh hab ich gerade schon als Opfer gebracht.
Die Medaille, die bleibt. Und die Form, die kommt hoffentlich wieder. Irgendwann 2009. Ansonsten bliebe nur Canasta. Oder ein Häkelkurs. Das kann ich nämlich beides noch schlechter als vernünftig laufen.

27.09. Noch ein Tag!
... und die zweite Wochenhälfte hat sich überschlagen. Ich bin schon jetzt geschafft. Der Reihe nach:

Nach dem Kampf um die Blutwerte bin ich ob starker Hitzewallungen nachts und zusätzlich riesig grossem Liebeskummer in keinem besonders guten psychischen Zustand. Physisch dafür sensationell: mein Ruhepuls von 46 heute früh. Aber dann der Krieg in Sri Lanka und die Ängste bei jedem Anruf mit "unbekannt" im Display. Zu allem Überfluss erfuhr ich gestern auf dem zweiten Weg zur Marathonmesse noch von Sigrid Eichner , dass in der Nacht nach Beendigung seines dritten Deutschlandlaufes Franz Häusler im Alter von nur 54 Jahren verstarb. Bislang weiss niemand woran. Mit Franz bin ich auf vielen Etappenläufen gemeinsam unterwegs gewesen, ob an Spree oder Isar oder diagonal durch Deutschland 2005. Dass gerade dieses fröhliche Kraftpaket, dieser Pfundskerl nicht mehr weiterlaufen wird, zieht richtig runter. Da mag man sich kaum über die wirklich starken deutschen Leistungen beim Spartathlon freuen, der in diesen Stunden zu Ende gelaufen wurde/wird. Marika als dritte Frau, Micha Vanni und Jan Prochi ganz vorne dabei und 5 "unserer" Männer unter den ersten 15 - dabei alle 5 unterhalb der magischen 30 Stunden, die auch eines meiner drei ganz grossen Ziele wären, sollte ich wider erwarten vollständig genesen und in den ambitionierten Laufsport zurückkehren können. Gerade Cornelius' Leistung malt mir Hoffnungsschimmer an den Horizont. Ein sehr netter Läufer, den ich erst vor 2 Wochen kennengelernt und der viele Fragen an mich hatte bezüglich des historischen Laufes in Griechenland. Er hat sich selbst die perfekte Antwort gegeben.

Jetzt muss ich schnell noch los in die Niketown im Europa-Center, vom Chef bekomme ich nun doch noch ein Live Strong Armband. Vorab vielen Dank. Ich werde es morgen in Ehren durch Berlin tragen.
Hoffentlich.

26.09. Noch zwei Tage!
40 Minuten Joggen zum Abschluss, dabei in der Praxis endlich Kopie meiner Blutwerte abgeholt. Na ja na ja. Wagemutig. Erythrozyten bei 3.98 Tpt/Liter (5.1), Hämoglobin 12.3 g/dl (14.7), Hämatokrit 37.7% (45.0) (Werte zu Chemobeginn am 8.6. in Klammern).
Die Normwerte der Allgemeinheit als Vergleich heranzuziehen, habe ich aufgegeben. Beim Hämoglobin soll der Bereich angeblich 12-18 sein. Man würde vermuten, dass Haile und Co die Obergrenzen setzen. Aber nein, selbst die Rift valley Kenianer sollen "nur" 15-16 haben, habe ich kürzlich irgendwo gelesen. Ansonsten ist aber alles im saftiggrünen Bereich. Ab Dienstag werde ich ohnehin in die körperlich herausfordernde Alltagsarbeit zurückkehren. Dafür ist der Berlin-Marathon zugleich geeignete Standortbestimmung. Ein Zeitziel habe ich zwar grundsätzlich nicht, aber Gedanken zum Wohlfühltempo sind nützlich. Es wird ein "Schaffathon". Das zu allererst. Und vielleicht, ganz vielleicht, in weniger als 4 Stunden Geschichte sein.

Vom Vorsatz zum Einsatz. Noch zwei Tage.

25.09. Kein Doc - kein Startverbot.
Praxis früher zugemacht als sonst -> immer noch keine Blutwerte für mich. Startnummer hab ich aber abgeholt. Das neue Messegelände im Kabelwerk (ehemals Siemenswerke) überzeugt nicht wirklich. Die Aufteilung in "Kleine Tüte mit Nummer" und "Goodie-bag am Ausgang" erst recht nicht. Die Nummer hat man sofort, für die "Goodies" steht man ewig an. Und das am Donnerstag. Wie soll das erst Freitagabend oder am Samstag zur Marathonmesse-Primetime werden. Und dann das Verkehrschaos. Den Shuttle-Bus ab U-Bahn überholt man zu Fuss ja zwei Mal.

24.09. Blutwerte verpasst.
Dabei super gefühlt. Dennoch dämlich, denn Mittwochnachmittag haben Ärzte bekanntlich Inventur oder Urlaub oder Fortbildung oder ... na, jedenfalls geschlossen. Egal, ich will die Ergebnisse vor dem Sonntag eigentlich gar nicht mehr wissen. Muss aber leider sein. Also morgen.
Ersatzweise in die Niketown gebummelt. Das Personal trägt teilweise immer noch die gelben live strong Armbänder, aber zu kaufen gibt es keine mehr. Keine Bänder, erst recht keine Shirts. Schade.
Freitag gehe ich wieder hin. "Living strong" bedeutet auch, einfach mal einen der Armbandträger zu bitten, mir seines zu überlassen.

Der Unmut der Jugend ist die Wehmut des Greises.

23.09. Der Lange.
35km in 3h11 am Sonntagabend. Mein Vorbereitungslauf für den Berlin-Marathon hatte denn doch ganz gut geklappt. Heute gegen jede Trainingslehre Intervalle geklopft: 3x1000m mit Trabpausen nach Gefühl. Flotter als vermutet. Pünktlich zum Marathon so etwas wie die zweite Luft?
Und wegen Sri Lankas Krieg wohnen wir heute in einer zum Tempel umgewidmeten Betstatt mit Schweigegelübde bis Sonnenuntergang.

22.09. Krebs.
Von meiner Diagnose bis heute ist nun schon deutlich mehr Zeit vergangen als weiland zwischen Hautkrebsdiagnose und dem viel zu frühen Tod der Frauenstimme meiner Generation überhaupt. "Die Streisand" mag "The Voice" sein. Doch "The Eternal Voice" gehört einer anderen. Vorbild für aktuelle Stars wie die Damen Jones und Melua, ist sie vielen Fans zugleich der Beweis, dass es Gott gibt. Dass Gott diese Stimme, von der zu Lebzeiten kaum jemand auf Erden Notiz nahm, dringend in sein Engelreich zurück begehrte.

Passend zum kalendarischen Herbstbeginn um 17h44 intoniert sie hier in ihrer unnachahmlichen Art einen Klassiker, den Song "Autumn Leaves":

Für Interessierte: gerade ist eine "neue" Scheibe von Eva Cassidy erschienen, 12 Jahre nach ihrem Tod. Mit tatsächlich zahlreichen bisher unveröffentlichten Stücken. "Somewhere" heisst das Album. Nicht nur all jene, welche den Herbst noch nicht so recht wahrhaben wollen, sollten mal reinhören. Zum Beispiel in den Titel "Summertime":

21.09. Kein Fortschritt. Alles schon Herbst?
Körperlich scheine ich derzeit eher schwächer zu werden, wenig vital, etwas antriebslos. Die Regeneration von einer zur nächsten sportlichen Betätigung dauert ewig. Möglicherweise immer noch Anämie. Das wird eine weitere Blutabnahme morgen nachmittag zeigen. Mein Körper wird aber auch fetter, trotz inzwischen schon wieder regelmässiger +-40km/Woche Laufen. Gestern wog ich noch mehr als während der Chemo. 74,1kg verglichen mit 64-68kg in Bestzustand mit immerhin mehr Muskelmasse. Das kann doch alles nicht allein am Hypogonadismus alternder Männer liegen.
Mal sehen, ob der Urologe einen guten Endokrinologen kennt. Das ist ein "Hormonkommissar", der hoffentlich noch Spuren von Testosteron in mir findet. *seufz

20.09. Müde.
20km Wandern durch die Müggelberge. Im blau-weiss dekorierten Biergarten danach is o'zapft. Mit jedem Kaffeeschluck fühle ich mich deplatzierter, wie umgekehrt ein biertrinkender Bayer im Novizinnenheim. Weil ich keine 15jährige mehr bin, die mit wenig Alk zum Kichern und anderen Dingen gebracht werden soll, die Blutwerte zuletzt aber genau die einer 15jährigen waren, würde bei mir schon eine halbe Mass Radler unmittelbar zu Unzurechnungsfähigkeit führen. "Ja ja so blau weiss blau blüht der Enz-ryan" ...

19.09. Ja. Hmm. Schön. Und was nun?
Der Befund ist da. Die Übersetzung fehlt noch. Medizinkauderwelsch. Doch inzwischen bin auch ich darin geübt. Zur Veranschaulichung: wären die Radiologen KFZ-Mechaniker, würde es sich in der Vertrags-Werkstatt etwa wie folgt zugetragen haben:

„Meister, es klopft etwas hinten links.“ Eine eigentlich einfache Fragestellung, wie ich finde. Mein Fahrzeug -zutreffender Laufzeug- kommt also in die Werkstatt -genauer: den Computertomographen- zur genauen Begutachtung.
Tage später endlich das Ergebnisschreiben.

Klinik: Klopfgeräusche hinten links.
Technik: Multislice durch unseren KFZ Mechaniker Klaus, verheiratet, 33 Jahre, nach oraler Applikation von 330ml Weissbier. Assistenz Lehrling Mustafa, ledig, 21 Jahre, ohne Applikation, da Ramadan.
Befund: Im Vergleich zur Auslieferung weiterhin keine Löcher in Tank oder Ölwanne. Die Scheibenwaschanlage funktioniert einwandfrei. Keine Probleme mit den Kippschaltern im Fahrer-Cockpit links. Rechts am Ein-/Ausschalter des Navigationssystems hoher Gegendruck. Der Keilriemen liegt regelgerecht. Nachweis kleinster Brotkrumen auf der rechten Bodenmatte im Fond. Keine Schäden an den Stossstangen erkennbar. Das Handschuhfach ist nicht vergrössert und leer. Im Vergleich zur Inspektion vom 30.05. weiterhin keine Klopfgeräusche vorne rechts oder vorne links. Hinten rechts wären Klopfgeräusche denkbar. Zu hören sind sie nicht. Lenkspiel könnte etwas verringert werden. Im KFZ-Brief drei Flecken unbekannter Herkunft, möglicherweise Kaffee. Der Rückwärtsgang ist homogen strukturiert, hakt jedoch leicht. Keine fokalen Läsionen an Nackenstützen, Rücklichtern oder Nebelscheinwerfer. Die Sitzfelle liegen weiterhin zart. Im Aschenbecher finden sich 17 Tage alte Kippen der Marke HB. Ansonsten unauffälliger Zustand.
Beurteilung: Lenkung, Getriebe und Navigationssystem könnten ausgetauscht werden, Fahrzeug und Papiere eine Innenreinigung gebrauchen. Unterboden sollte ausführlicher betrachtet werden, dafür bieten wir unsere Hebebühne gegen geringen Aufschlag für eine Folgeuntersuchung an. Ursache für Klopfgeräusche hinten links konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden.
Nachtrag: Sollten Sie Ihren achtjährigen Sohn vermissen, wir haben ihn zum Dönerstand von Mustafas Bruder geschickt. Nach drei Tagen im Kofferraum war er etwas ausgezehrt.

Ironie des Schicksals. Zeig mir Deinen Arzt. Dann zeig ich Dir meinen Sprachkurs. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Seit Jahrhunderten, Jahrtausenden kommunizieren Medizinmänner mit Hilfe geheimnisvoller Rauchzeichen.
Das hat sich nie verändert.

"Tumor ist, wenn man trotzdem lacht." (aus dem deutschen Kinofilm Eierdiebe)

18.09. Grosse Sorgen.
Sie gelten nicht mir, sondern der halben Verwandtschaft. Es ist mir ein Rätsel, wie europäische Touristen immer noch freiwillig "Urlaub" in Sri Lanka machen können.
Furchtbar und leider wahr - ein punktgenauer Kommentar

17.09. Schief und krumm.
Das seh ich inzwischen mit blossem Auge. Wenn dafür mal keine Knochenmetastasen verantwortlich sind. Da der Hodenkrebs zu den am schnellsten wachsenden gehört, insofern vor meinem Schulter Auskugeln direkt vor der 24h-Lauf DM 2006 noch nicht aktiv gewesen sein kann, hab ich Hoffnung, dass die Ursache alleine in Verschleiss und Fehlhaltungen zu suchen ist. So oder so, und egal, welches Ergebnis die Computertomographie ausweisen wird: die Ärzteschaft hat zunächst einen weiteren Stammkunden. Wie heisst es so schön:
"Wer gesund ist, wurde nur noch nicht ausreichend untersucht."
Einen sehr schönen Artikel aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung hat die Charite selbst online gestellt: Bitte frei machen.
Lesenswert.
Na denn - Prost Gesundheit!

16.09. Hmmmmmmmmmmmmh - lecker.
Also dieser Tee ist doch immer wieder ein Genuss. Vor einem CT der inneren Bauchorgane muss man ein Kontrastmittel trinken, damit man die Aufnahmen klarer "lesen" kann. Krankenhäuser verabreichen vielfach eine milchige Flüssigkeit in extra produzierten Behältnissen in Babyfläschenoptik, Typ Erdbeer schmeckte allerdings eher nach dieser Blendi Zahnpaste, die es früher mal für Kinder gab. Oder noch gibt? Egal, für mich diesmal also wieder Tee, weil ich die seit Mai dritte CT (plus 2 MRT plus 7 oder 8mal Ultraschall) lieber ambulant da machen lassen wollte, wo auch die erste erstellt wurde.
Der Tee schmeckt so, wie man sich einen Chemieunfall in Darjeeling vorstellt. Der Unfall dauert etwa eine Stunde, denn ein ganzer Liter sollte schon reinlaufen. Die Menge der "Brigittes" auf dem Zeitschriftentisch im Wartezimmer brachte mich auf die Idee, dem Verlag eine Kontrastmitteldiät vorzuschlagen. Meines Wissens wurde die noch nie beschrieben. Würde aber funktionieren. Garantiert.

Ergebnis/Befund des CT habe ich noch nicht; wird an meinen Urologen geschickt. Den treffe ich erst nächsten Montag wieder. Vorher darf ich mir den Befund direkt bei den Radiologen als Kopie abholen. Im Umschlag. Und diesen werde ich (vermutlich Donnerstag) daheim im stillen Kämmerlein öffnen. Hat dann ein bisschen von Bescheid, "ob mich Günter Jauch in seine Millionärssendung einlädt oder nicht."
Nur heisst Herr Jauch in diesem Fall ...
Gott.

15.09. Alles wird neu.
Aber ist das jetzt blond oder grau? Egal, wichtiger ist eh, wie es drinnen aussieht. Und das erfahre ich hoffentlich morgen bzw in den nächsten Tagen.

14.09. 140 Tage.
So lange ist her, dass ich mehr als 25km am Stück gelaufen bin. Noch 2006 hatte es manchmal gerade 25 Tage gedauert, dass ich wieder mehr als 140km am Stück gelaufen war.
Mein letzter gelungener Ultramarathon liegt gar fast ein Jahr zurück. So kann es nicht weiter gehen. Laufen leider noch viel weniger.
Doch heute - heute war es wieder soweit. Na ja, soooweit auch wieder nicht. Aber 27km zu schaffen und danach noch geradeaus gucken zu können, das war fast wie eine neue Bestzeit beim Marathon. Auch wenn es beinahe unendliche 2h32:55 gedauert hat. Das Wetter war frisch, doch trocken und sauerstoffreich. Hoffentlich hält es sich noch ein paar Tage. Wenigstens einen Lauf über 30km zu ziehen, das darf es vor dem Marathon ruhig sein. Es würde optimistisch stimmen, am 28.09. wenigstens die Startlinie zu sehen.

Noch 2 Tage bis Computertomographie. Angst hätte ich nur, könnte ich selbst etwas falsch machen.

Absolute Sorglosigkeit und eine unerschütterliche Zuversicht sind das Wesentliche eines glücklichen Lebens. (Seneca)

13.09. Epo light.
Das Floradix Kräutertonikum hab ich jetzt in der Magnumflasche besorgt. Erythropoetin , die Teufelsdroge der Ausdauersportler, wurde zwar vor allem für Krebs- und andere Kranke entwickelt, aber sooo schlecht waren meine Blutwerte zuletzt nicht. Klar freut es, darum und um Granozyte und ähnliche Leckereien herumgekommen zu sein. Wobei wieder einmal die Frage erlaubt sein muss, warum das eine, das Superteure, sofern medizinisch notwendig, problemlos von Kassen übernommen wird, nicht jedoch die 17euro90 für die Naturvariante aus der Apotheke.
Überhaupt: mitzukämpfen, Sport zu treiben, sich krankheitskompatible Alltagsgestaltungsgedanken zu machen ... alles egal. Das ist wie mit den Nordic Walkern. Das Hinternwackelkorso am Stock durch Berliner Grünanlagen wird wohlwollend gesundheitsindustriell subventioniert, aber die Mitgliedschaft in einem Sportverein ist kassenbeitragstechnisch ebenso unbedeutend wie eine gepflegte Wanderung.

Ich werde mich also zu einem Kurs anmelden müssen. Fitbo Fatburner am Hot Iron? Vielleicht Fit & Vital mit Flexi X-Press? Oder ich entscheide mich für Dynamic Pilates, gemeinsam mit vielen anderen Best Agers?
Nicht nur Dauerlauf ohne Gerät, auch Fahrrad fahren ist out. Das heisst jetzt Energy Cycling. Indoor. Ist eigentlich wie bei der Tour de France. Nur findet diese bekanntlich draussen statt. Bekanntlich mit Epo. Epo heavy.

12.09. Müde.
Die ganze Woche über schon. Derzeit sehe ich keine Genesungsfortschritte. Training mit den PSB Kollegen gestern - keine Lust. Heute vormittag dafür eine Stunde joggen im Southpark. Daran, dass ich auch mal überholt werde, habe ich mich noch nicht wirklich gewöhnt.

11.09.11.09.11.09.11 Wichtiges Datum.
Gemeinsame Landung mit Emirates Airlines in Frankfurt. 1991.
Und 2001 wollten wir diese 10 Jahre im Windows On The World feiern. Wie gut, dass die USA schon damals nicht jeder/m ein Visum erteilt haben. Aber eigentlich war es ein Akt der Willkür. Und nur eine willkürliche Zahl.

10.09. "Die Krankheit hat mich beleidigt in meinem Glauben an die guten Dinge, die ich getan habe.“ (Christoph Schlingensief, Regisseur, 2008 an Lungenkrebs erkrankt)

09.09. Gestern also Auslaufen. 9,2km in 48:30. Und offenbar Gynäkomastie. Furchterregend. Nein, ich will nicht in die W45 wechseln. Mannomann. Ich muss die tägliche Liegestützfrequenz deutlich erhöhen oder eine Brustverkleinerung beantragen. Das sieht ja aus wie eine Kreuzung aus Niki Lauda und Dolly Bust(i)er. Kein Wunder, dass ich Sonntag so langsam war. Und die Blutwerte gehören aktuell sowieso eher in die W50. Und, ja tatsächlich, bei den Women über 50 hätte ich knapp gewonnen.
Und nochmal zurück zu Lance Armstrong: der will mit 36 eine achte Tour de France fahren ... hört man aus den USA munkeln. Da muss ich mal genau unter sein Trikot schauen.

08.09. "Und wenn Du nicht mehr (schnell) laufen kannst, dann machst Du halt was anderes."
Ja, eigentlich hat sie Recht. Und doch bin ich etwas gefrustet. Vor allem, weil ich so gar nicht weiss, wie ich diesen gestrigen Halbmarathonversuch nun einordnen soll. Gut, andere in fast genau meiner Lage haben erst 2 Monate nach Chemotherapie wieder ernsthaft an Sport gedacht, fahren dafür 8 Monate danach auf Profiniveau alle anderen in Grund und Boden. Startnummer 6840 war als Amateursieger des Jedermannrennen in Bremen zum Abschluss der Deutschlandtour der Radprofis beim Zeitfahren sogar schneller als viele etwas später über dieselbe Strecke jagende Vollberufsfahrer, zB als Bernhard Kohl, der bei der Tour de France ja noch auf dem Treppchen gestanden hatte. Das gibt Hoffnung.
Und auch bei Lance Armstrong hat es eine Weile gebraucht, bis er am Berg wieder die Citybiker hinter sich liess.
Aber shakalryan und Geduld sind einfach völlig verschiedene Welten geworden. Ich hätte Gedacht, die Krankheit hätte mir zu noch mehr buddhistischer Gelassenheit verholfen, das Gegenteil ist der Fall. Vielleicht liegt es daran, dass man von höheren Mächten daran erinnert wurde, wie kurz und kostbar Zeit ist ... in einem universellen Lebens-Massstab betrachtet. Da kann das Ergebnis jeder Überlegung nur sein: mehr Bewegung ... in kürzerer Zeit.
Und so ziehe ich wenigstens eine Freude aus gestrigem Rennen. Wenn man 1h42 statt 1h18 für einen Halbmarathon braucht, sollte man gleich am Folgetag erneut loslaufen, damit man beim nächsten Mal wieder schneller sein kann. Dass ich dazu heute schon wieder Lust verspüre, ist die eigentliche Überraschung für mich. Was aber die Leistungsentwicklung und meine Vielleichtteilnahme am Berlin-Marathon angeht, bleibt nur ein Stossgebet: oh Gott des Hämoglobin, bitte hilf!

06.09. „Einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars.“ (Reinhard Mey)

Kein Wunder, dass derzeit so viel über Missbrauchsfälle von sozialen Leistungen diskutiert wird. Wer wirklich Amtshilfe bedarf, schafft es ja gar nicht mehr, an die notwendigen Informationen zu den zuständigen Stellen, geschweige denn, an die dort (vielleicht) erteilten Leistungen zu gelangen. Entweder er verzweifelt frühzeitig; oder ist auf dem wuchernden Bestimmungsdschungelweg irgendwann weggestorben. Spätestens wenn -besonders beliebt- die richtige Stelle sich auch erst mal für nicht zuständig erklärt, gelingt der Schlaganfall.

Fast scheint es, als wäre „Bürgeramt“ das neue Videospiel aus dem Landratsverlag. Schon auf der ersten Stufe muss man an grauen Wesen vorbei, die, sobald man durch wabernden Informationsnebel hindurch ihren Bereich betritt, erschrocken Steine in den Weg rollen oder wahlweise Falltüren öffnen. Blöd nur, dass in dieser Spielausgabe keine Extraleben vorgesehen sind. Allein die Replaytaste funktioniert. „Ach, und warum hat ihre Kollegin XY davon am Telefon nichts gesagt?“ - „Das müssen sie meine Kollegin fragen.“ - „Ich muss also noch mal wieder kommen?“ - „Ja. Am besten vereinbaren sie dafür gleich einen Termin mit XY“. Der Ahnungslosen. Und auf der zweiten Stufe verteidigt dann YZ sein Reich mit karierten Ellbogenschonern und verbalen MP-Salven: „Nein, so geht das aber nicht, da könnte ja jeder kommen. Erstmal müssen Sie ...anderes Formular...bla...Bestätigung...bla...ärztliche Untersuchung...bla...Bestätigung...blabla...“

Nein, erstmal muss ich wohl jemanden kennen lernen, der jemanden kennt, der weiss, in welcher Ecke das Löschwasser steht, um auch die dritte Ebene zu überleben. Die mit dem feuerspeienden Hausdrachen. Wenn der nicht gerade mal wieder krank ist, weil selbst am Verständnis der Korrektur zum Berechnungsbogenblatt der neuen Richtlinie zur Durchführungsverordnung der Neufassung des alten Gesetzes zur Regelung der Anpassung von Versorgungsbezügen Hinterbliebener gescheitert. Oder schon tot. In der Bundeswehrverwaltung z.B. wäre das dann (Zitat) „aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit“.
Ob das auch für über Richtlinien verzweifelt verstorbene oder im Kampf mit mir heldenhaft bei der Verteidigung des Bürgeramtes gefallene Hausdrachen gelten würde?
Ich weiss es nicht, aber die Wirklichkeit bietet viel dramatischere Spiele, als sich selbst passionierte Gamer vorstellen können.

Ich habe viel in der Krankheit gelernt, das ich nirgends in meinem Leben hätte lernen können. (J.W. von Goethe)

05.09. Seid gut zu Vögeln.
Da müssen wir uns etwas überlegen. Spatzen im Landeanflug kennen wir. Gerade tat es jedoch einen richtigen Schlag. Einen Taubenschlag sozusagen. Unser Balkon ist der schönste weit und breit. Das wissen wir. Natur pur, viele Pflanzen, kaum noch Platz zum Sitzen. Solange die Vögel die Balkon-Streben, Blumenkästen oder den Hibiskus als Landeplatz aussuchen, ist alles gut. Aber bitte nicht den Bananenbaum. Liebe Vögel ! Der ist doch hinter der Glasscheibe und steht schon im Wohnzimmer !
Glück gehabt. Die Scheibe hat gehalten, und die Taube fiel zwar zu Boden und war ebenso erschrocken wie wir, konnte aber in Normalform wieder wegfliegen. Vielleicht sollten wir zukünftig auf Fensterputzen verzichten. Oder die Scheiben bunt bekleben. Der Baum bleibt jedenfalls wo er ist.

04.09. Keine Bestrahlungen. Besonders engmaschig kontrollieren.
So die ärztliche Empfehlung nach einer weiteren Ultraschalluntersuchung. Es mag makaber klingen, aber es wäre für mich von Vorteil gewesen, hätte mir mal jemand vor Jahren in die E... getreten. Dann wäre im Ultraschall bei einer Untersuchung en passant schon frühzeitig das sog. Sternenhimmelphänomen bei mir entdeckt worden, welches als Ausdruck einer Mikrokalzifizierung des Gewebes und Warnzeichen möglicher späterer Tumorentwicklung automatisch besondere medizinische Beobachtung ausgelöst, mithin rechtzeitigere Tumorentdeckung ermöglicht hätte.
Also beten.
Und immer mal wieder tolle websites finden wie den Club des Belugas .
Swop - für mich 2008 bislang die Scheibe des Jahres und besonders gelungene Variante musikalischer Globalisierung. Kann man komplett durchhören, kein einziger Durchhänger.


What is Jazz ?
2008 it's surely this

03.09. Diesmal waren die Ergebnisse aber flott da. Wäre ich (inzwischen) eine Frau, hätte mich der Doc bereits gesund geschrieben. Aber die Erys dümpeln noch unterhalb jeder Manneskraft, auch wenn Hämoglobin (jetzt 12,1) und Hämatokrit (jetzt 36,0) sich weiter berappeln. Der RDW (siehe Eintrag 20.08.) fällt langsam aber stetig zurück Richtung Normbereich. LDH ist ebenfalls prima, Leukozyten und Thrombozyten sowieso.

So flott wie die Ergebnisse lief es dann auch am Abend. 9,2km in 44 Minuten waren für aerobes Training mit nur einer leichten Zwischenbeschleunigung über 1,7km schon wieder unerwartet gigantisch. Nach 5 Monaten bekam ich endlich wieder eine Ahnung von diesem unvergleichlichen Raketensatzgefühl in den Oberschenkeln, welches mich vor allem im Februar und noch Anfang April völlig neue Altersklassenmonde hatte entdecken lassen. Auch wenn sich die tieferen Gründe für die hier geschilderten Körperfettfehlmessungen im Nachhinein als tatsächlich existentiell herausstellten.

Kaum zurück vom Laufen gab es auf dem Anrufbeantworter dann noch eine angenehme Überraschung. In diesen Tagen der alten bis uralten Erinnerung meldete sich genau derjenige Schulfreund, welcher nicht ganz unschuldig daran ist, dass ich heute mehr Sport als alles andere mache ( Bildbericht anclicken ). Zum Mount Everest kam er seinerzeit zwar am Ende doch nicht mit, aber dafür zieht er jetzt mit der jungen Familie in den Speckgürtel um Sarrazinien.
Und -kaum zu glauben- läuft. Bislang allerdings nur etwa 1x pro Woche.
Bislang ... ;-)

Running - Pure Joy.
Singt auch DAB:

02.09. Blut zapfen. Schon wieder. Und klären, was nun mit der „anderen Seite“ bei mir passieren soll. Bestrahlen oder beten? Wohl eher bestrahlen und beten ... dass es a) hilft, die TIN (Krebsvorläuferzellen) abzutöten und b) nicht selbst für einen neuen strahlungsinduzierten Krebs sorgt. Der eine samt der drei Chemozyklen hat mir völlig ausgereicht.
Die News aus Thailand reichen mir auch. Wieder eine von diesen "Katastrophen", mit denen ich mehr zu tun habe, als mir lieb ist. Immerhin stehen die Telefonleitungen noch, das in
Bangkok lebende Brüderchen konnte etwas beschwichtigen. Nach Kilinochchi zu telefonieren, haben wir hingegen aufgegeben. Die Verwandtschaft ist eh zum Grossteil seit Wochen auf der Flucht, hören wir gerade aus Paris.

Eine große Insel des Wissens hat einen breiten Strand der Verzweiflung!

01.09. Kein Postschalter. Keine Post. Nicht mal um die Ecke.
Klar, 27 Cafes sind rentabler im Kölner Hauptbahnhof. Warum eigentlich zahlen so viele Unterwegsmenschen freiwillig 2euro80 für einen Becher brauner Brühe, der in der Herstellung keine 15 cent kostet? Gut, plus Ladenmiete. Zahlbar an die Deutsche Bahn. Die sorgt dafür mit ihren Verspätungen für immer bessere Umsätze. Das klappt sogar auf Englisch. Mindestens 10mal erscheint auf der grossen Tafel in der Haupthalle „approx. 15 minutes delay“. Da könnte man doch noch schnell einen Coffee ... ?
„Geänderte Wagenreihung“ erscheint leider nur auf Deutsch. Das erhöht die Chancen, dass unwissende Touristen, die keinen Goethe-Institutskurs „Altgermanisch für Fortgeschrittene“ besucht haben, verirrt, verwirrt und verzweifelt in den „Restaurantwagen“ ... oder wenigstens ins „Bordbistro“ einsteigen. Dort gibt es dann einen Coffee. Für 3euro20.
Und in Berlin schließlich „approx. 60 minutes delay“.

31.08. 23km in 2 Stunden und 13 Minuten. Na ja. Es war heiß. Und ich sowieso undiszipliniert. Um 09h30 war Lauftreff. Nicht erst 09h32. Im Rheinland herrschen noch Zucht und Ordnung. Also alleine losziehen, vom Donatusparkplatz spontan mal nach Kierberg zu unserem alten Haus, welches wir Mitte der Achtziger in alle Himmelsrichtungen zerstreuend verlassen hatten. Es bewohnt nun eine türkische Familie. Auf einen Typ mit Glatze, der interessiert die noch rostiger gewordene Hausnummer 18 auf dem immer noch nicht erneuerten Graurauhputz betrachtet, haben sie am Sonntagvormittag bestimmt gewartet.
Jugenderinnerungen. Noch weiter zurück. Friedhof. Ein alter Schulfreund. Mein liebster. Von 1970 bis 1982 haben wir viel zusammen erlebt. Erst wollte jeder von uns der Klassenbeste sein, dann waren wir es gerne gemeinsam.
Die allerbesten aber sterben früh. Viel zu früh. 1999 hatte er als Beifahrer aus heiterem Himmel keine Chance. „Ich bin bei Euch“ steht auf der kleinen gusseisernen Laterne vor seinem liebevoll frischblumengepflegten Grab.
Er wird sicher Dauergast vieler Erinnernder sein. Soooo gut war er.

30.08. Familientage. Viel Ausruhen. Nachdenken. Zukunft planen, sofern das in der aktuellen Situation überhaupt möglich ist. Zwei mal 40 Minuten bin ich seit letzten Sonntag gelaufen, dazu heute eine Stunde stramm gewandert. Morgen dann der erste Versuch eines "Langen Laufes" seit dem Hamburg Marathon im April. Etwa 3 Stunden sollen es werden. Und nicht zu heiss, bitte.
Der aktuell stattfindende und inzwischen wohl begehrteste Ultralauf der Welt motiviert. Auch wenn ich von einer Mont-Blanc-Nonstop-Umrundungsform hundertmeilenweit entfernt bin.
shakal ryan beim UTMB 2003/04/05/06
und aktuell an diesem Wochenende:
UTMB 2008 im DUV Forum - ab Seite 31

28.08. Gedichte schichten in dichten Geschichten unter dicken Schichten von Gift. Und Thermalbaden. Sonst nichts. Danke für die Einladung. Auch wenn ich danach rechtschaffen müde war.

26.08. Liebling. Kreuzberg. Vorgestern. Nein, nicht nur der Lauf war wichtig. Ja, ich bin immer noch verliebt. Und wenn es sein muss, warte ich, bis ich in die M65 komme. Aufgeben? Niemals! Nicht auf, nicht neben der Strecke. Und was Dich angeht (Du liest doch hoffentlich auch ab und zu mit hier?!?) erst recht nicht. Und das hat überhaupt nichts mit dem Krebs zu tun.
Irgendwie schön, wenn man sich mit Mitte 40 noch mal wie ein Teenager fühlen kann. Damals hätte das Einschalten gesunden Verstandes Flugzeuge aus dem Bauch entfernt. Warum nur führt dieser Prozess heute in Deinem Fall zum genauen Gegenteil bei mir? Ich weiss es. Du wirst es noch herausfinden.

25.08. Kreuzberg. Gestern. So langsam wie noch nie. Aber ich bin gelaufen. Nach Monaten erstmals wieder eine Art von Wettkampf. Schneller als erwartet, dafür total durchnässt. Es hat gepieselt und gewindet wie kürzlich beim Hurricane auf den Florida-Keys ... ohne die dortigen Temperaturen. Erkältungswetter. Gut, dass meine Infektabwehr wieder funktioniert. Die roten Blutkörperchen sind allerdings pro Chemozyklus etwa 30 Sekunden langsamer geworden auf den Kilometer gerechnet. Oder eher 30 Sekunden weniger? Egal, in den 2 Wochen seit Therapieende hab ich mir von diesen gesamt anderthalb Minuten schon wieder eine halbe zurückerobert, statt vorher ausgerechneter 51 hab ich nur 46komma Minuten für die gut 10km lange Strecke gebraucht. Verglichen mit den 36 Minuten zu Jahresbeginn scheintot ... aber -genau- eben nur "schein".
In der Umkleide konnte ein älterer junggebliebener Läufer aus Thüringen kaum fassen, was er mithörte aus meinem (Zeiten)Gespräch mit einem Vereinskollegen über den gerade beendeten Lauf. Nicht weil der Kollege scherzhaft geunkt hatte, Rechtsradikale hätten in Kreuzberg eigentlich Startverbot. Selbst seit 5 Jahren gegen Prostatakrebs kämpfend war auch der Thüringer mitgelaufen ... langsamer ... aber im Vergleich in der Kopfschmuckwertung schon wieder erfolgreicher als ich. Weiter so, unbekanntes Kämpfervorbild.

Besiegt ist nur, wer den Mut verliert. Sieger ist jeder, der weiterkämpfen will.
(Franz von Sales)

23.08. Als Sportreporter bei den Öffentlich-Rechtlichen, was hat man da eigentlich für eine Ausbildung hinter sich? 5000m Finale Peking: "Und der im dunkelblauen Anzug, das ist Bernhard Lagat." Der Sommerwahltübinger hat sich also im nahegelegenen Boss-Stammhaus einkleiden lassen für seinen Olympia-Lauf?
Herrenhockey-Finale, 4 Minuten vor dem Abpfiff: "Die Niederländischen Fans feiern schon." Erstaunlich, wo kommen die denn her? Aber schön, wenn sich Landesnachbarn über ein Deutsches 1:0 freuen. Gegen Spanien.
Beim Mountainbiken wird "ständig knapp am Limit gefahren", der Puls hat etwa "180 Schläge". Das ist derart pauschaliert oberflächlich, dass es Ausdauersportlern weh tut. Falsch ist es zudem. Für den einen ist 180 schon Maximalpuls, bei einem anderen liegt dieser bei 220. Kein Wunder, dass immer noch Hobbyläufer durch die Wälder toben und Trainingsfortschritt an ihrem Maximalpuls abzulesen versuchen. Nach dem Motto, wenn ich 200 hab, bin ich fit für einen Marathon.
Mein Ruhepuls ist heute erstmalig wieder auf unter 50/Minute gefallen. Während der Chemotherapie war er auf 58-62 gestiegen. In Ultra-Bestform lag er 2007 bei 36-38, im Frühjahr 2008 bei 42-44 mit weniger Ausdauerarbeit, dafür mehr Kraft- und Tempotraining für kürzere Strecken. Das lässt sich alles miteinander vergleichen. Mit dem Nachbarn eher nicht.

22.08. Was wäre Südkorea im Medaillenspiegel ohne Taekwondo, Jamaika ohne Spritzen -äh Sprinten, was Grossbritannien ohne die Bahnradler, und wo Deutschland ohne Böötchenfahrer. Wie gut, dass es die natürliche Chancengleichheit gibt, vor allem beim Wintersport.
Aber warum kann plötzlich niemand mehr Olympiasieger werden, ohne Ex-Trainer, Freundin oder wenigstens die 89 Jahre alte Grosstante im Vorjahr tragisch verloren zu haben? Alle Medaillen, bevorzugt güldene, müssen neuerdings gewidmet werden. Schade, dass Jungstar Raphael Holzdeppe im Stabhochsprung nur Achter wurde. Ich hatte mich schon so auf die Story seines neulich irgendwann zwischen 2002 und 2006 eingegangenen Hamsters gefreut. Was den ganzen IOC-Apparatschik und seine Vierjahresvollversammlung irgendwie menschlicher erscheinen lassen soll, wirkt in dieser geballten Häufung nur noch peinlich. Insbesondere, wenn inzwischen urlaubsreife ZDF- oder Eurosportreporter so tun, als wären diese Schicksale Dritter nun der eigentliche Grund für sportliche Höchstleistungen.
Obwohl, einen Grund liesse ich ja gelten, den kenn ich schliesslich von mir selbst aus dem letzten Winter: Liebe.
Genau davon ist jedoch in diesen Tagen von Peking leider viel zu selten die Rede. Oder sollten Liebe und Trauer so nahe beieinander liegen, dass ... ?
Mensch, toll ... ick froi mir ... bei meinem Liebeskummer ... damit muss ich ja 2012 in London Olympiasieger werden. Die Widmung dafür hab ich für alle Fälle schon mal trainiert ;-)

20.08.2008 Normozytäre Anämie mit Anisozytose. Wollt' ich immer schon mal haben. Leicht festzustellen, weil zwar der MCV Wert im Normbereich liegt, aber nicht meine "red cell distribution width", abgekürzt RDW Wert. Diese Erythrozytenverteilungsbreite (RDW) zeigt nun an, dass sich mein Blut gerade heftig umbaut, die roten Blutkörperchen ungleichmässig gross sind. Eigentlich kein Wunder am Ende einer heftigen Chemo. Und daher auch nicht wirklich Grund zur Sorge, ebensowenig wie der damit verbundene an der oberen Grenze befindliche LDH-Wert. Der Hämatokrit (der ja auch mit den roten Blutkörperchen zu tun hat) scheint mit den 30,1 den Tiefpunkt letzte Woche erreicht zu haben, klettert mühsam wieder nach oben.
Die roten sind also noch in Unordnung, als Folge zeigt trotz aller gelegentlicher Laufversuche im Alltag schnell einsetzende Müdigkeit die neuen Grenzen auf. Dafür sind die weissen Blutkörperchen sogar in den Normalbereich zurückgekehrt. Die Immunabwehr ist inzwischen praktisch vollständig wiederhergestellt.

18.08. Blutkontrolle die vierhundertsiebenunddreissigste. Zumindest gefühlt. Rechter Arm, linker Arm. Gleich 3 mal musste gestochen und gepopelt werden. Ergebnisse muss ich abwarten. Toll werden sie nicht sein, so müde wie ich heute war. Dabei passierte gestern gegen Sonnenuntergang, was ich niemals für möglich gehalten hätte: 15km sollten es werden - ein Trainingshalbmarathon genau stand am Ende etwas beschleunigt auf 1h56:14 zu Buche. 30km hätten vermutlich auch schon wieder geklappt. Soweit wollte ich eigentlich erst am 7.9. wieder sein. Bekeles Schlussrunde in Peking muss irgendwie motiviert haben.
ABER - nun weiss ich, dass nicht so sehr den Berlin-Marathon Ende September zu schaffen problematisch wird. Meine alten Grundlagen wirken immer noch gigantisch. Die Crux sind die Folgen! So leicht und locker es sich auch laufen mag, die Regeneration dauert und fordert viel Schlaf. Über die Sinnhaftigkeit eines Marathonstartes gerade mal 7 Wochen nach einer umfangreichen Chemotherapie werde ich noch viele Male schlafen ... und nachdenken müssen.

17.08. Nun hat mich Olympia also doch noch fest im Griff. Schlafen zu allen möglichen Uhrzeiten, nur nicht mitten in der Nacht. Britta Steffen hat ein zweites Gold und ihr Lächeln nach den 50 Beckenmetern bekommt noch eine Extramedaille von mir. Ausserdem hat sie die Hundertstel zurückgeholt, welche deutsche Ruderinnen gestern so unglücklich auf 2000 Metern an die im Fotofinish erfolgreicheren Neuseeländerinnen verteilten.
Die Gold-MP aus den USA hat wie erwartet noch ein achtes Mal zugeschlagen. Da man extra für Michael Phelps und seine Schwimmkollegen die Wettbewerbe und Startzeiten Nordamerika-mediengerecht und g(e)oldsammeltauglicher verändert hat, kenn ich jetzt auch die Schuldigen für die geraubte Nachtruhe.

Gut, dass die Leichtathleten endgültig die Beckenschwimmer vertreiben und sich zu hierzulande vernünftigeren Uhrzeiten messen. So wie die Marathonläuferinnen, die vor 90 Minuten mitten in der Nacht um 4h00 MESZ ins Ziel liefen ;-). Und ausgerechnet dabei muss USA-Frau Kastor vor einen Sonnenschirmständer treten und ihre Medaillenchancen begraben. Frau Radcliffes erstaunlichen 2h15 Weltrekord vom London-Marathon sehe ich längst eher in der "Bolt"liga unangenehm nachgeschmäcklischer Weltrekorde. Die meiste Glaubwürdigkeit gewänne der Sport insgesamt ganz sicher durch weniger Weltrekorde, eher nicht durch einen Rekord-Tsunami wie im Water Cube von Beijing.

Moral? Interessant zu beobachten, wie die Medien und Verbandsoffiziellen ticken: eigene Sportler gelten grundsätzlich als untadelig, die eigene Sportart konkurriert gerne auch gegen andere Sportarten. Da wird dann für eine Co-moderierende Frau Von Almsick sogar der historische Herr Phelps zu einem "der ja irgendwie auch zu uns gehört".
Immerhin: die originalolympischen Griechen (ja sogar die Bulgaren) haben inzwischen fast ihre halbe Medaillenhoffnungsmannschaft zu Hause gelassen bzw wieder heimgeschickt, ein bestimmtes Steroid war nicht ganz so untergetaucht wie gewünscht und poppte gesamtnational epidemieartig durch bald sämtliche Sportarten hoch. Mit einer griechischen Olympiasiegerin von Athen als vorerst letztem Opfer gestern.
Den Tunesiern wäre das egal, denn anders ist deren Weltbild - siehe heutiger 1500m Schwimmsieger Mellouli. Der wäre zB 2007 gar nicht erst gesperrt worden, wenn es nach deren nationalolympischem Funktionsapparat gegangen wäre. Bauernschläue wird (nicht nur) in arabischen Ländern eben anders interpretiert. Sein Pech: die Amphetamine wurden bei Kontrollen in den USA gefunden.

Karibische Kontrollen sind nicht gerade für ihre Akribie berühmt, entsprechend mager wurde dort das medizinische Fahndungssystem finanziell ausgestattet. Überwiegend aus Kanada wird nun der eine Doping-Kontrolleur bezahlt, der gelegentlich eher widerwillig über u.a. Grenadinen, Antillen, Barbados und Bahamas turnt. Nach Jamaika darf der Mann allerdings nicht, die wollten gar nicht mitmachen und lieber ein paar lustige Rekorde aufstellen. Und weiterrauchen.

ARZDF-Deutsch ist dafür, auf alles mit dem Finger zu zeigen, was nicht zu eigenen arielreinen Wertvorstellungen passt. Dabei wissen wir doch, dass es in weiten Teilen Asiens gar nichts Besonderes, ja sogar üblich ist, wenn ein Mädchen singt und dafür ein anderes netter ausschaut ... auch bei Eröffnungsfeiern für ein Milliardenpublikum. So wie es nichts Besonderes ist, wenn grosse Staaten mehr Medaillen als kleine gewinnen. Oder ein extragrosser Staat -dessen Firmen seit Jahren bekanntlich den Grossteil der Spiele mit den 5 Ringen in der braunen Brause finanzieren- die Rahmenbedingungen schafft und seine Institutionen statt auf dem Mars erst mal in der Badehose seiner Athleten forschen lässt.
Vor jeder Dopingfrage sollten wir uns also vielleicht mal überlegen, die Medaillen ins Verhältnis zur Moral zu setzen. Mindestens aber ins Verhältnis zur Einwohnerzahl. Mehr noch: Abgleich mit dem Bruttosozialprodukt. Mal schauen, ob sich eine solche Tabelle bauen lässt!
Doch erst einmal will ich endlich Schlafengehen. Gerade fangen nämlich die Bahnradler mit ihren lustigen Rekorden an.

16.08. Mannomann, das war wohl doch etwas zu heftig am Donnerstagabend, auf die neuen Blutwerte am Dienstag bin ich ja echt gespannt. Zwei Pfirsiche, eine Banane, eine kleine Schüssel Blaubeeren, eine Kiwi, zwei Äpfel und zwei Vanilleeiweiss-shakes sowie vier richtige Mahlzeiten später fühle ich mich trotz allem wie noch vor drei Monaten nach einem heftigen Halbmarathonwettkampf.
Also lieber wieder passiv anderen Berlinern beim Laufen oder Gehen zuschauen. Gleich ist bei Olympia Andre Höhne vom SCC Berlin dran, dem Verein, der den Berlin Marathon ausrichtet, und dem ich auch mal angehörte. Andre geht die 20km gerade mal 6-7 Minuten langsamer als ich sie vor der Chemo laufen konnte. Die B-Note leidet zwar bei den Gehern, aber erstaunlich schnell ist die Weltspitze allemal. Compliments. Und Daumen drücken für Andre. Bei Britta Steffen, die für die SG Neukölln schwimmt, hat es ja auch geklappt. Und ihr Erfolg hat gezeigt, dass man auch in Rütlischulenbezirken in Berlin Olympiasieger/innen formen kann. Sollte Andre die Bronzemedaille erringen, wird er sich bestimmt mehr drüber freuen, als dieser Schwede hier:

Ara Abrahamian wirft seine Bronzemedaille weg
(also ich konnte die Referee-Entscheidung nachvollziehen, er hätte -in blau ringend- zu offensichtlich eine Mattenflucht begangen, verstehe aber auch, dass mehr und mehr Hormone im Olympiaspiel durcheinander geraten)

15.08. Gestern also der erste Härtetest mit 28 PSB-Kollegen auf der Bahn. Ab daheim gesamt 3300m einlaufen. Bisschen Gymnastik/Lauf-ABC. Dann 200m anlaufen, 3000m in erschreckenden 14'34'', 400m Trabpause, 2000m in verzweifelnden 9'40'', 400m Trabpause, 1000m in gruseligen 4'35'', 200m auslaufen auf der Bahn und noch etwa 1000m auf dem Rasen. Am Ende 2000m nach Hause. Macht summasummarum 13,5 km und ein bisschen davon, was Tempo sein soll.
Wie war das noch gleich im Lance Armstrong Buch, wo er nach seiner Chemo am Berg von der älteren Dame mit Citybike überholt wurde?
Ich muss meine o.g. Zeiten mal mit meinem Hämatokrit verrechnen, bevor jemand "Essen auf Rädern" zu mir schickt *stoss-seufz.
Immerhin beginnt bei der Olympiade jetzt endlich die Leichtathletik, da lassen sich vielleicht Ersatzehrgeizlinge beobachten. Schön, dass der LG Nordberliner Mittelstreckler Carsten Schlangen schon mal den Vorlauf überstanden hat. Weiter so!

14.08. Nettes Foritreffen beim Libanesen gestern Abend (www.qadmous.de). Weil ich derzeit kaum abtrainieren kann, muss ich heute zum Ausgleich auf eine Mahlzeit verzichten. Aber um 18h wird zur ersten dieswöchigen Laufeinheit gestartet.
Die Leukozyten sind einigermassen brauchbar, wichtig für die Infektabwehr. Thrombozyten auch. Aber die roten Blutkörperchen und der Hämatokritwert sind nochmals gefallen. Mit 30,1 droht nun schon vorletzter Platz in der Treppenhausklasse mit Einkaufstüte. Eine Eisenkur mit Floradix Kräuterblut kann da nicht schaden. Laut doc kein Problem, keine Kontraindikation zur beendeten Chemotherapie.
Jetzt heisst es also, wieder einigermassen fit zu werden, den Krebs erst mal zu vergessen. Anfang September, so sich Blutwerte und Fitness planmässig erholen, kann ich hoffentlich in meine körperlich doch recht belastende Alltagsarbeit zurückkehren. Mitte September wird mich die Krankheit eh wieder einholen, ein erneutes CT wird zeigen, was die Chemo wirklich gebracht hat. Unabhängig davon will ich dann schon so weit sein, einen Berlin Marathon am 28.09. durchbummeln zu können.

12.08. Und wieder ein Stück Freiheit zurück gewonnen. Therme, Schwimmen, Sauna. Sogar zwei "harte" Aufgüsse mit Minze und Salz bzw mit Sliwowitz waren schon wieder möglich. 110 Grad, Restgifte ausschwitzen. Erholsam anstrengend - so muss es sein.

11.08. Uffz, Ächz, Krachz. Keine Medaille dafür, aber zum ersten Mal hab ich gestern Abend wieder mehr als eine Stunde durchlaufen können. 12,7 km in 68:10. Laut Uro-doc wird es aber wohl 2 Jahre dauern, bis ich wieder so fit sein kann wie vorher. Guter doc, der weiss genau, wie er mich motivieren kann.
Der Deutsche Medaillenspiegel in Peking könnte auch Motivation vertragen. Hinter Indien und vor dere Mongolei, irgendwo zwischen Nordkorea und Vietnam; lasst doch auch mal die Kleinen nach vorne.
Es wird Zeit, über eine andere Wettkampfzusammensetzung nachzudenken. So grübelt das IOC im Hinblick auf den dringend gebotenen Verkauf der Spiele 2016 an die Scheichs in den Emiraten schon über Dressurkamelwasserpolo und Powershoppen in der 10-Quadratkilometer-Einkaufszentrenklasse. Herr Bach versucht für uns in Verhandlungen Synchron-Turmspringen für Eisbären und ihre Pfleger durchzusetzen, auch Promikochen, Tischfussball und Automarken-mit-möglichst- vielen-"O"-Erfinden sind im Gespräch.
Schön, dass manches bleibt wie es immer war. Die Thaifrauen waren gut im Stossen (Gold für Prapawadee Jaroenrattanatarakoon, da wäre schon der Name eine Medaille wert), und die Judoka dürfen weiter offen Drogen propagieren: fast immer entscheidet eine Kokawertung.
Entschieden auf Platz 13 meiner Hitliste der besuchenswertesten Orte der Welt hab ich mich für die Pyramiden von Gizeh und die Sphinx im Niltal bei Kairo. Auch wenn uns seinerzeit Pharaos Rache anschliessend im Helnan Shepherd Hotel erwischte: Ägypten ist sicher eine Reise wert. Aber nur, wenn man ein paar nützliche Darmdrogen miteinführt.

09.08. Toll, endlich wieder grazile Mikadokämpferinnen aus Usbekistan und ecuadorianische Doppelviererzweier mit halber Steuerfrau vom Amazonasoberlauf im Ruderwettstreit mit Schlangenlinien zeichnenden 2-Meter-Männern aus dem bekannt wassersportbegeisterten Weissrussland. Man kann über Doping sagen was man will, aber es scheint erfolgreich zu machen. Und dann das amüsante Flaggenrätseln, weil man seit Athen dummerweise die schönen Farben von Selchukistan vergessen hatte. Bei Eurosport gibt es nur noch einen Werbeblock nach jedem 50-Meter-Brustschwimmvorlauf, dafür erfährt man in der ARD alle 5 Minuten, wer die Medaillen im Weltergewicht beim Mittelfingerhakeln links abgeräumt hat. Und warum es für die deutschen Ringeltaubenschützen in der Winchesterklasse nur für Platz 8 im Finale reichte. 4 lange Jahre wusste man gar nicht, wovon ein NOK-Funktionär lebt.
Herrlich, es ist also endlich wieder Olympia. Am meisten freu ich mich auf Waldemar Hartmann. Dem Mann zuzuhören, das ist echt hart Mann. Aktuelle Gags für Menschen, die vor 3 Generationen weggestorben sein müssen, vorgetragen mit dem Esprit und der Leichtigkeit ostjapanischer Sumoringer. Da lob ich mir Youtube, hier gibt es noch echte Neu-Entdeckungen.
Irre, was man aus einem Beatles-Klassiker machen kann, wenn man sein Instrument beherrscht. Wer da nach 3 1/2 Minuten noch ruhig sitzen bleibt, muss -ja, genau- Waldemar Hartmann heissen.


Jake Shimabukuro - While my (Ukulele)guitar gently weeps

08.08.08 Tolles Wetter: warm, aber keine Sonne. Die wäre derzeit toxisch für mich. Kurze Schauer. Ich war fast den ganzen Tag unterwegs. Auch zur Blutkontrolle.
Und in Peking geht es nun ebenfalls los.
A propos: so toll fand ich Beijing nicht bei meinem Besuch Mitte der 90iger, aber für Platz 14 meiner Hitliste der besuchenswertesten Orte hab ich anlässlich der Olympiade denn doch noch mal scharf nachgedacht. Die Grosse Mauer ist gross und geschichtlich sicher nicht unwichtig, aber als Bauwerk beeindruckte sie mich ebensowenig wie der kaum zugängliche Kaiserpalast ("Verbotene Stadt") oder der Himmelstempel. Sehr wohl gefühlt haben wir uns hingegen hier:


Yi He Yuan - Kaiserlicher Sommerpalast

07.08. Schon 18 km sind diese Woche zusammengekommen. Mühsam mühsam. Kein Vergleich mit den Baltic Runnern. Glückwunsch nach Usedom. Hier leicht verspätet die
Endergebnisse nach über 300 Kilometern

06.08. Der vorletzte Tag beim ...
Baltic Run ... brachte zwar noch einmal eine Attacke von meinem Altersklassenkollegen Roland Riedel aus Bottrop, so dass die Bronzemedaille bei den Männern spannend bleibt, sonst aber dürften die Medaillen alle schon feststehen.
Toll jedoch vor allem, dass so viele bislang durchgekommen sind. Glückwunsch!
Hoffentlich schaffen die Verbliebenen auch den letzten Tag noch, denn Donnerstag Nachmittag ist nach 5 Tagen ja Zieleinlauf in Karlshagen auf Usedom.
Ich hab heute vorsichtshalber ein Leuko- (und andere) zytenschonprogramm gefahren. Keinerlei Personenkontakte und damit Verringerung jeden Infektrisikos. Morgen will ich dann wieder raus!
Noch 4 Tage, und die Chemo ist auch kalendarisch offiziell beendet. Freitag gibt's die nächsten Blutwerte. Und abschliessend hier für die Baltic Runner noch eine Grussbotschaft des grössten Ultramarathoni aller Zeiten, Yiannis Kouros:


;-)

05.08. Netter Bericht auf RBB zum Baltic Run, viele bekannte Gesichter entdeckt.
Dafür haben die schlechten Blutwerte nun mich wiederentdeckt:
Leukozyten 2420 (Norm 4000-10000), Erythrozyten 3.9 (Norm 4.2-6.2), Hämoglobin 11.7 (Norm 12.0-18.0) und mit 32 ein unterirdischer Hämatokritwert. Trotzdem hab ich mich um 21h aufgerafft und bin 9.2 km in 47:14 auf meiner Hausrunde um den Fennsee getrabt. Was, das geht? Fand ich selbst erstaunlichst!
Meine "Global Hostspots" sind jetzt um Platz 21-30 ergänzt ...
shakal ryans tollste Herbergen der Welt ... und auch sonst scheinen endlich alle Module so funktionsfähig, dass shakalryan.com in die Pötte kommt.

04.08. Inspirierende und Lauflust wiedererweckende Citynacht auf dem Ku'damm mit 5km und 10km Lauf, gestern der gelungene Start der ersten Etappe des Baltic Run über 330 km von Berlin nach Usedom vor der Weltzeituhr am Alexanderplatz ...
Eindrücke und Etappen-Ergebnisse vom Baltic Run, erster Tag Sonntag
... und im TV:
RBB berichtet über den Baltic Run in der Sendung ZIBB !
... es war ganz schön was los am Wochenende.
Und ich nehme mir grundsätzlich derzeit mehr vor als ich am Ende durchhalte. 5,7km in 29 Minuten, so etwas fordert aktuell schon Langzeiterholung im Bett. Vom frühen Aufstehen am Sonntag, um besagten Start mitzuerleben, ganz abgesehen.
Und dann Konzentration auf HTML Computersprach? Als gelernter Furchtbarweitläufer, Reiseverkehrsmensch und Murmeltierstreichler hat man "Tabellen.in.websites.einbinden" nicht wirklich sofort drauf, schon gar nicht in diesem webspace hier.
Nach Art der spriessenden TV-Hitlisten nun aber endlich im folgenden Link Bekanntgabe der ...
hinteren Plätze meiner Hitliste der tollsten Herbergen der Welt .
Dabei waren Luxushotels ebenso wie Nullsterneberghütten, Schiffe ebenso wie Traumstrandresorts. Eines taucht aber garantiert nicht auf: gesichtslose und austauschbare x-Stern-Herbergen, von denen ich vorwiegend die "Business-class-Variante" in ungezählten Grossstädten der Welt und vor allem in Deutschland aushalten musste. Weswegen Deutschland insgesamt auch schwach vertreten ist, obschon ich bis auf den Bayerischen Wald nun auch schon ziemlich jeden vielversprechenden Heimatwinkel erleben bzw teilweise erlaufen durfte. Von den Turnhallen beim ... Deutschlandlauf 2005 ... hat es allerdings auch keine in die Hitlisten geschafft ;-)

02.08. "Sie haben aber noch ziemlich viele Haare, erstaunlich." Doc Dimitris sicher gut gemeinten Worte letzte Woche machen mir bei genauem Nachdenken etwas Sorgen. Wenn mir weniger Haare ausfallen (am Körper) als üblich, gehts mir dann eigentlich zuuu gut für "richtig" funktionierende Chemotherapie? Auch die Blutwerte haben sich wieder berappelt, es sieht so aus, dass ich kein einziges Mal in wirklich kritische Bereiche abfalle. Leukos auf 4000, Eros 4200, Trombos über 200, Hämoglobin mit 12.4 schlapp - aber ausbaufähig.
Ich bin zwar nicht das blühende Leben (wie der Vollgutdraufzellenchor im Youtube-Video unten), das Wandern klappt aber inzwischen wieder ganz gut, heute wird ein erster Joggingversuch unternommen bevor Montag die vorläufig letzte Giftspritze folgt.

So eine Krankheit führt ansonsten mental unweigerlich zu einer Art persönlichen Bilanz des Lebens. Dabei ist mir erneut klar geworden, was und wie viel Schönes im Leben mir schon gelungen ist. So habe ich in den vergangenen Tagen (persönliche Glückszahlen 14 und 40) mal die Top 40 Unterkünfte meines Lebens sowie die Top 14 Orte allgemein und zusätzlich die tollsten 14 Reiseerlebnisse zusammengestellt. Dabei sind zwar auch Läufe, aber am Ende trug ich deutlich mehr aus anderen "Inkarnationen" des shakal ryan zusammen.
Das Ergebnis werde ich ab morgen keinem vorenthalten. Eine Woche lang bis ran an die Olympiade, jeden Tag ein paar Plätze. Auch in China war ein ganz toller darunter. Bei über 80 besuchten Ländern ist doch einiges zusammen gekommen. Australien/Südsee, Ost- und Südafrika sowie die Andenstaaten werden fehlen. Dort war ich nie. Aber hätte der Mensch gar keine Ziele mehr, müsste er vermutlich ... sterben.


Alternative Chemotherapie - eine Happy Hippo Tablette genügte

31.07. Alle sogenannten Weltreligionen gehen von falschen Voraussetzungen aus. Richtig erscheint mir:
Zu sehen, was da ist, wenn nichts ist, ist gott.
Hoffentlich schaffe ich heute Abend noch die 2mal 2,5km Spaziergang. Nichts, verglichen mit meinen sonstigen Läufen. Genau.

30.07. Es fehlte mal wieder eine Bescheinigung. Gestern spätnachmittag/abend also guter Grund, zum ersten Mal nach 10 Tagen umtriebig in Bewegung zu kommen. Melonen-, kokosnuss-, und ananaseisbewehrter Spaziergang durch den Berliner Kreuzkiez um Landwehrkanal und Südstern. Ein Strassencafe oder -restaurant am, fast schon im anderen. Alle rappelvoll. Fröhliche vielfarbige Menschen. Manche mit Gitarre und Bongos auf Pflastersteinbrücken, reichlich Picknicker auf jedem erhaschbaren grünen, eher dörrbraunen Wiesenstückchen. Kein Wunder bei 28 Grad sogar noch um 22h. Ali mit Hassan und 2 orientduftigen Wasserpfeifen auf Plastikstühlchen an Aldimontagsangebotstisch; Frau Suhrbier, mit Häkelblümchenkissen sicher schon seit Tagen am Altbaufensterrahmen angewachsen, schaut zu. Üppige Blondies halten ihren schwarzafrikanischen part time lovers Händchen; ein feuriger Inder versucht sich bei Monika in verzweifeltem Pidgeoninglich. Südstern im Wortsinne. Nach 3km war ich leider plattgewandert.
Späte Salatzubereitung daheim: Möhre raspeln, 5 Minuten ausruhen, Chinakohl schneiden, 10 Minuten ausruhen, Halben Apfel reiben, 5 Minuten liegen, etwas Brathuhn und Biovollkornhörnchennudeln dazu, 10 Minuten liegen, Currysauce ...
Irgendwann gegen Mitternacht entschlief ich in tropischer Nacht inmitten unseres Grünpflanzenurwaldes an der offenen Balkontür - mit der noch nicht ganz geleerten Schüssel auf dem Bauch, eingelullt von uralter Jazzmusic aus New York und Kuba.
Heute bin ich einmal mehr aufgewacht.

29.07. Indem man der Welt zustimmt wie sie ist, mit allem wie es ist. Das ist der große Schritt. Wer dem Tod zustimmen kann, wer der Krankheit zustimmen kann, bei sich und bei anderen und wer dem Ende und dem Vergänglichen zustimmen kann, der hat die Furcht überwunden und gewinnt Klarheit." (Carlos Castaneda, Esoguru)

Nein, die Drogen im gestrigen Chemovorlauf zur (hoffentlich) vorletzten Bleomycingabe meines diesmaligen Daseins haben mir nicht die Sinne benebelt. Schon erstaunlich, wie in unserer Gesellschaft Hanf verteufelt, Biertrinken gepflegt, und Mariu die alte ana gar sanktioniert wird. Dabei ist nichts davon auch nur annähernd vergleichbar mit ordentlich zusammengestellten Pharma-Cocktails aus der Antiemetikatruppe. Notwendig im Sinne der Tumorzellenbekämpfung, also der Krebsheilung, wären sie keinesfalls. Aber -meine Rede- trotzdem erlaubt. Na ja, wer lässt sich nicht gerne von Fremden zu einem rauschigen Getränk einladen ?;-)
Und jetzt hab ich H-U-N-G-E-R.

27.07. Am Ende. Fast. Mit Allem. Kraft. Schlafrhythmus. Zum Glück auch bald mit der Chemo *holzklopf.
Der dritte Stationszyklus war so ziemlich das Übelste überhaupt. Mit dem Zimmerkollegen (ähnliche Diagnose) gab es vor allem ab Donnerstagabend noch mal ein ordentliches Rückwärtswettfestessen. Nach Entlassung den gestrigen Nachmittag verpennt, der anschliessende Supermarkteinkauf kam mir vor wie der
Spartathlon
Am Ende. Wie erwähnt. Müde. Schlafen. Kaum Appetit. Dafür dann des Nächtens nach langer Zeit mal wieder alle Rubriken des DUV Forum durchwühlt. Wenigstens leidet der Geist noch nicht allzusehr.
Aber wieso ist ausgerechnet dieser Sommer so heiss? Ich will 15 Grad und Wolken, jawoll. Das hält man ja nicht aus.
Und bevor es zu (weiteren) Irritationen kommt: nein, es ist nicht so, dass es mit Fortschreiten der Chemozyklen immer besser wird. Im Gegenteil. Aber vielleicht reicht es am Dienstag schon wieder zu einem genussvollen Spaziergang? Bislang war das immer mein grosser Hoffnungstag nach den jeweiligen Krankenhausaufenthalten. An dieser Stelle möchte ich auch mal den tollen Pflegekräften der Urologie im Urban danken. Und meinen Ärzten. Den Forschern sowieso. Noch vor 30 Jahren hätte meine Diagnose definitiv das Todesurteil bedeutet. Damit verglichen ist alles, was man in der Chemo so erleiden muss ...
geschenkt.

19.07. Gesundheitsreform heisst, dass RadiologInnen auf die Rettungsstation müssen, bevor sie sich das anschauen dürfen, was sie gescreened haben. Heute nachmittag kam dann endlich der ersehnte Anruf. Die Lymphknoten seien kleiner geworden. Aber es ist wohl noch was zu sehen. Sagt wer? Ich weiss es nicht, aber es wirkte ein bisschen wie "Seien Sie froh, dass Sie nicht auf der Rettungsstation ...." Klar, kenn ich. Fahrkarte nach Fröttstädt war bei uns im Reisebüro auch bei weitem nicht so spannend wie Flugticket nach Fukuoka. Also "Weitermachen", etwa 3 Wochen nach dem dritten und geplant letzten Makro-Zyklus wird dann nochmals nachgeschaut. Vielleicht bekomme ich dann sogar ein teures PET?
edit: das ist eine Positronen-Emissions-Tomographie, das derzeit teuerste bildgebende Strahlenverfahren. Damit versucht der Mediziner herauszufinden, ob im Tumorgewebe -vereinfacht- noch Zuckeraustausch stattfindet, er also noch "lebt". Wäre er nämlich abgestorben, müsste man weder mit der Chemo weitermachen noch eine ggf. riskante OP durchführen, um ihn aus dem Körper zu holen. Im Falle meines Krebses wird das aber nur ganz selten angewendet ... und von Versicherungen fast nie bezahlt. Jedenfalls scheint die Chemo was zu bringen. Mindestens die Vernichtung der Leukozyten, meine sind nun auf schlappe 2340 Einheiten abgerauscht. Zum Sterben zuviel. Zum Aufspritzen auch. Aber ein Schnüpferchen wäre jetzt schon ungünstig. Und daher auch ein Besuch beim Havellauf. Schade. Trost: die Thrombozyten haben sich zum Ausgleich wieder berappelt auf fast Normalniveau. Dafür beginnen jetzt die Schleimhäute zu rebellieren. Nicht mehr lang, und ich muss auf Kartoffelbrei-Apfelmus-Joghurtdiät, weil alle feste Nahrung höllisch schmerzt. Der Donnerstags-Hamburger mit Pommes rotweiss war so verzweifelt wie der Bahntrainingsversuch mit den PSB-Kollegen davor. Statt 6x1000 in sub 3:30 hat es gerade noch für 2x1000 in etwa 4:15 gereicht. Und für eine extralange Trabpause.

17.07. Geht's noch ? "Ihr Röhrchen ist irgendwie abhanden gekommen." Schon 10 Tage ohne aktuelle Blutwerte. Da ist mir gerade mal völlig egal, wer es verschusselt hat.
Noch besser: Morgen soll ich ja zur wichtigen CT Reevaluierung. Stand auch so in meinen Abschlusspapieren nach dem 2. Zyklus. Nun ist der 18.Juli eine grosszügige Zeiteinheit. Kurzer Anruf in der Klinik: wann denn genau - Uhrzeit ?
"Sie haben noch gar keinen Termin, so kurzfristig wird das auch nichts mehr." WIE MEINEN ?!? Die docs legen fest, wann ich zu kommen habe, und an der Maschine weiss keiner Bescheid und hat Termin gemacht ?!?
12h30 wird es. "Es hat jedenfalls nicht geschadet, dass Sie angerufen haben."
*gerade.kein.Klitsch-ko-schlag.smilie.zur.Hand

16.07. Immer noch etwas müde. Fatigue heisst das bei Krebs. Das schöne Wetter hat gerade noch 7,5km in 38'12'' hervorgekitzelt, dann war ich schon wieder platt. Im Gegensatz zur Bombe, die hier irgendwo rumliegen soll laut RBB und schon für Nachbarschaftsevakuierungen gesorgt hat. Viele grüniformierte Jungs draussen. Hoffentlich müssen wir nicht auch in eine Schule ziehen.
Ansonsten gilt es heute, sich mal wieder der schlimmsten aller Nebenwirkungen zu widmen: Papierkram. Und da ist es egal, ob und welche Kasse oder Amt. Kein Wunder, dass unser BSP bald zwischen Angola und Bolivien dümpeln dürfte. Oder hinter Peru.
A propos Peru: die göttlichste aller Frauenstimmen war weder Callas noch Streisand und erst recht nicht Madonna.
Sondern Yma Sumac. Wahnsinn. Augen zu und einfach glauben: es singt wirklich nur ein und dieselbe Frau. Alles, was in diesen gut 3 Minuten zu hören ist:


Yma Sumac - Earthquake
(ein vokales Erdbeben, in der Tat)

14.07. Nach einem tollen Wochenende mit der Deutschen Meisterschaft im 24h-Lauf hier in Berlin und vielen herausragenden selbst beobachteten Leistungen
Ergebnisse

... und einem weniger schönen Wochenende an der Zugspitze, deren beider Dramen mich immer noch beschäftigen, hat mich heute erst mal die Bleomycingabe wieder umgehauen. Oder besser gesagt, der Cortisoncocktail im Chemovorlauf.
Müde müde müde.
Wenn es läuft wie bislang, dürfte ich dafür morgen umso fitter sein.

11.07. Nun ist es fast soweit. Morgen wollte ich eigentlich (nach 2 Jahren verletzungsbedingter Pause) wieder mal bei den Deutschen 24h-Meisterschaften starten. Dieses Jahr sind sie sogar in Berlin (Weissensee). Das Tapering war gut, seit 2 Wochen null km. Davor 10 Wochen lang auch kaum mehr *seufz.
Vielleicht kann ich ja in einem späteren Leben wieder auf die A250 einbiegen. Sprich: einen Tag lang Sechserschnittplus laufen.

10.07. Tata tataaa ... and the winner is: Luftsicherheitszuverlässigkeitsüberprüfungsverordnung (LuftSiZÜV) ... das heisst nicht nur so, sondern wurde im Bushäuble-Wahn auch entsprechend ausgestaltet. Mein schönstes Unwort 2008 - bis jetzt. Auch wenn die VO aus Mai 2007 stammt.
Ganz frisch hab ich nun dafür therapiebedingt eine der typischen Begleiterscheinungen einer Chemotherapie: Polyneuropathie. Drehverschlüsse beginnen schon Spass zu machen. Hoffentlich fällt mir beim Bloggen demnächst nicht die Tastatur aus der Hand. Besser wurde die Augenfarbe, am letzten Siechsonntag sollen die irgendwie grau gewesen sein. Dabei hab ich sonst bambibraun =/;-)
in 8 Tagen ist die sogenannte CT-Re-Evaluierung, die docs gucken nach, was die vermutlich befallenen Lymphknoten machen.
Die Angst wird verschwinden, nachdem Du ihr Deine volle Aufmerksamkeit gewidmet hast. (Jiddu Krishnamurti - "Vollkommene Freiheit")

09.07. Mann, bin ich dick, Mann. Schon völlig ausser Form. Da das Brüderchen gestern abend für ein paar Tage von gaaanz weit her zu Besuch kam, summierten sich immerhin noch gut 9 Wanderkilometer in Park und City. Vertraute Joggingstrecken abzuschleichen, das eröffnet völlig neue Eindrücke meiner Umgebung. Gesund Essen waren wir auch, nach Urzeiten mal wieder Burger King. Wurst und Fleisch kann ich kaum noch riechen, aber diese Grill-Lappen in Labberbrötchen waren irgendwie angenehm würzig. Pizza und fast alle Milchprodukte schmecken derzeit besonders gut, Salat ja, Gemüse .... na ja. Zum Glück hat die Ernährung -entgegen landläufiger Ansichten- auf den Erfolg der Chemotherapie keinen Einfluss. Ich soll das essen, was mir schmeckt. Das chemisch behandelte Krankenhausgraubrot ist das Schlimmste, im dritten Zyklus werde ich mein Abendmahl von draussen bringen lassen.
Auf Platz 2 meiner Unworthitliste 2008 kommt die amtliche Umschreibung für Krebs. Das ist nicht Tumorkrankheit oder so, nein das nennt sich Bösartige Neubildung. Bei mir gefolgt -wie gestern erwähnt- von Gewebsuntergang (Platz 3). Nach der Punktierung meines linken Armes schein ich diesbezüglich so gerade nochmal davongekommen zu sein. Die Thrombozyten fielen allerdings weiter. So muss ich aufpassen, mich nicht zu oft zu verletzen, sonst dauert die Gerinnung eine Extraweile. Und die Blutergüsse sorgen für Farbspiele wie sonst nur im Sonnenuntergang auf den Malediven: rot, orange, gelb, blau, viel violett, und etwas nachtschwarz.
Und die Haare, zeig doch mal die Haare !
Na gut, aber erst morgen ;-))

08.07. Tag 1-8 des zweiten Zyklus (davon 7 stationär) ist geschafft. Ich bin auch etwas geschafft. Leichten Schnupfen hab ich zudem, aber das schreckt mich nicht mehr. Im Gegensatz zu dieser erschrockenen Pandamama:

Morgen dann ein paar mehr Infos. Ich schein nämlich ziemlich alles mitnehmen zu dürfen, was eine Chemo so bietet. Zum Beispiel Gewebsuntergang - im linken Arm. Na toll, da kann ich's ja gerade gut brauchen :-((
Etwas von dem Cisplatin war durch eine porös gewordene Vene eingesickert. In's Gewebe, genau. Gewebsuntergang ist bei meiner neuen Unwortliste 2008 von null auf drei gekommen. Die beiden ersten Plätze dann etwas später. Sind auch so geile Neueinsteiger.

PS: den Counter rechts oben hab ich jetzt auf Haarverlustrate pro Blog-Eintrag eingestellt. Na, wann fällt die 5000?

28.06. Es geht los. Mit allem gleichzeitig. Haarausfallstart am 20. Therapietag. Leukozyten und Hämatokritwert werden kritisch. Vor allem aber meine Nerven. Gestern abend palpatorisches Deja Vu, rechts fühlt sich das, "was übrig blieb" auf einmal so an, wie das, was links schon rausoperiert wurde vor der OP. Diagnose heute nachmittag: akute Nebenhodenentzündung, schmerzhaft ist es zudem. Eispackungen, Sportverbot. Nix ist mit Halbmarathon morgen am airport. Aber wieder gilt nach fast 20 Stunden Seelennot: Wackersteine fallen vom Herzen. Es ist nur stark entzündet aber kein furchtbarer Zweittumor. Uff. Mitten in der Chemo wäre das auch der SuperGAU, schliesslich würde es bedeuten, dass die Chemo bei mir null anschlüge. Da wird sogar ein EM Finale völlig vergessen. Ach nein, das ist ja erst morgen. Dann rücke ich aber schon zum zweiten Zyklus ein. Bis mindestens 06.07. ist hier im blog ergo erst mal Pause.

"If I should die this very moment, I wouldn't fear" ist die Eingangszeile des für mich grössten Love Songs der Musikgeschichte. Yes, "I've found the one I've waited for."
Was für ein geniales Popwerk, allerdings nur in musikalischer Originallangfassung. Hier in besonders guter Qualität unter einem der vielen vielen Fan Videos von Menschen, die genau so begeistert davon sind wie ich:


Lamb - Gorecki

If I should die this very moment I wouldn't fear
For I've never known completeness
Like being here
Wrapped in the warmth of you
Loving every breath of you
Still in my heart this moment
Or it might burst
Could we stay right here
Until the end of time
until the earth stops turning
Wanna love you until the seas run dry
I've found the one I've waited for

All this time I've loved you And never known your face
All this time I've missed you
And searched this human race
Here is true peace
Here my heart knows calm
Safe in your soul
Bathed in your sighs
Wanna stay right here
Until the end of time
'Til the earth stops turning
Gonna love you until the seas run dry
I've found the one I've waited for
The one I've waited for

>This lyric is presented by Lyrics-DB


26.06. Das war ja ein Grottenkick gestern. Knappes Zweitliganiveau im EM Halbfinale. Die Türken haben verdient 2:3 gewonnen. Ansehen nämlich. Im Gegensatz zum ZDF. Wofür zahlt man nun eigentlich GEZ, wenn man in den entscheidenden Momenten ... *Wut.mühsam.unterdrückt

Blutprobe war auch wieder, morgen gibts die Ergebnisse. Stündlich rupf ich nun an meinen Haaren herum, aber es bleibt nach wie vor alles beim Alten. Dafür ist der alte Fernseher endlich kaputt und wir grübeln seit Tagen über einem neuen. Kaum weiss man, wie wichtig PLAP und Kreatininwerte für uns werden können, da muss man sich mit YUV und HD, mit Chroma Bug Correction und DCDi-Faroudja-Deinterlacing auseinandersetzen.

24.06. Zurück in Berlin am Abend ein Läufchen durch den Southpark mit Jörg, den ich seit meinem zweiten (von ca. 175) Marathon (und weiter) kenne. Kann M sub3 und Tria OL sub 2h30, aber heute bin ich sogar etwas schneller drauf, er hatte am Sonntag erst Wettkampf - dennoch bin ich erstaunt ... bei der bekannt lungenschädigenden Eigenschaft des Bleomycin. Lance Armstrong hatte das deshalb auch nicht bekommen. Mir ist es allemal lieber als sein Ifosfamid-Herzkasperzeugs.

Man kann gegen das Laufen sagen, was man will, aber es laufen sich noch immer mehr Kranke gesund als Gesunde krank. (Prof. Gerhard Uhlenbruck)

23.06. Früh raus, auch wenn es wieder stürmt. Immerhin ist es trocken. Zu gefühlten 180 beaufort geht es via Gahlendorf und Klausdorf nach Presen. Am Deich parkt ein alter VW Bulli, ein Bikini parkt über dessen Aussenspiegel. Reinguggen kann man nicht;-) Aber über den Deich Richtung Marienleuchte laufen. Via Bannesdorf retour, Endbeschleunigung entlang der E47, sonst komm ich zu spät zum Frühstück. Und zum ICE nach Berlin.
Nachmittags Infusion, Bleomycin. Dazu ein leichter Cortisoncocktail. Hammerhart, das haut den stärksten Mann um. Mehr als die 42,2 Laufkilometer von Fehmarn gesamt an 3 Tagen.

22.06. Es regnet, keine Lust aufzustehen. Nach ausgiebigem Sonntagsbrunch wird es mittags schön, auf zur Deichwanderung hinter Westermarkelsdorf, einer der schönsten Ecken Fehmarns. Dort in der Nähe ist auch das "Altenteil-pic" entstanden. Zum FKK-Baden ist es zu kalt. Wasser 16, Luft 17 Grad. Die Riesenräder im Windpark rotieren am Anschlag.
Noch später wird es richtig warm, also auf zum Strand am Wulfener Hals, einmal um den Burger Binnensee und retour laufen. Auf dem Rückweg erwischen mich die Ausläufer eines Gewitters mitten auf dem Deich. Die Pendelsteinwetterwarte weiss Bescheid:
*Stein trocken = sonnig
*Stein nass = Regen
*Stein weiss = Schnee
*Stein unsichtbar = Nebel
*Stein pendelt = Sturm (ich merk's)
*Stein fällt = Erdbeben
... na da hab ich ja noch mal Glück gehabt.
Zumindest bis zum Abend. Spanien-Italien zu schauen war ein Fehler. Beide sollten ausscheiden, die Portugiesen dürfen gern noch mal ran. Oder von mir aus auch die Schweizer.

21.06. 7h30 aufstehen, loslaufen ! Da hätte ich die Kamera mitnehmen sollen, Zauberwetter. Sahrensdorf, Meeschendorf, Staberdorf zum Gut Staberhof an der Südostspitze Fehmarns. Zurück am Strand entlang, um den Sahrensdorfer Binnensee herum, über Neue Tiefe nach Burg, wo wir bei Freunden in einem uralten Guthshaus untergebracht sind. Danke für die Einladung !!!
Dinkelbrötchen, Croissants, und gaaaanz viel drauf ohne nachdenken zu müssen, wie langsam es den nexten Wettkampf macht. Auch nicht nachmittags bei Kaffee und Torte im Cafe Kontor in Burgstaaken. Von der Toten Tante lasse ich die Finger. Kaffee mit Rum und Schokolade ist (noch) nix für mich.
So wie die Russen nix für die Holländer sind. 3:1 für die Mannen um Aschawin, den Superstar dieser EM.

20.06. Blutwerte noch prima. Leukos bei 4740, Erys bei 4.86, Thrombos dümpeln leicht bei 169, geht aber noch - keine Blutungsgefahr. Tumormarker noshow bzw. LDH 161 im Normbereich. Hurra, ich darf fahren. Die Urologie wünscht gute Reise ! Deutschland hatte gestern 3:2 überzeugt. Aber heute ist der Ball türkisch und sowieso: kein Spiel dauert 90 Minuten.

18.06. 1 ganze Stunde im 5 bis 5'30''er Tempo durch den wunderbar üppig baumenden Tiergarten gejoggt. Und durchgehalten. Die 2,6 kg der letzten fast bewegungslosen Woche sind beinahe wieder runter, aber 72,2 kg hatte ich auch schon 6 Jahre nicht mehr auf der Waage gehabt (*Speckröllchenbetrachtungsmodus aus).
Das fatloading für den nächsten Zyklus ab 29.06. wird reduziert. Morgen gibts erst mal wieder wichtige Blutwerte.

Tapferkeit ist die Fähigkeit, von der eigenen Furcht keine Notiz zu nehmen. (George Patton)

17.06. Ja so ist das. Auf einmal hat man Krebs. OP. Metastasenverdacht. Chemotherapie. Und dann wird man immer schwächer. Der Körper trainiert sich quasi ab ins Bett.

In den lichten Momenten dazwischen gilt es zu geniessen, gerne auch Spazieren zu gehen, Kampf zu wandern ... und -ja, doch!- morgen schon wieder einen ersten richtigen Joggingversuch im Tiergarten zu unternehmen. *freu*
Im Blog auf dieser Seite wird man aber erst einmal weniger Wettkampf- und Trainingseinblicke bekommen, TDL und IVT werden abgelöst durch LDH und AFP. Statt vieler Kilometer gibt es für mich jetzt Bleomycin und CisPlatin, abgerundet mit einem ordentlichen Schuss Etoposid. Einen stationären Zyklus habe ich hinter mir, leider noch zwei vor mir. Und nach dem dritten wird aus laufen nicht nur herumkrebsen, sondern vermutlich für eine Weile Siechtum werden. Inklusive Junkie-Optik. Trotz allem behalte ich den Berlin-Marathon Ende September im Auge. Ich habe im Januar einen Freistart dafür erlaufen und gedenke selbst "mit ohne" Vorbereitung diesen auch zu nutzen.

Live strong !!!

Und sollten alle Stricke reissen: wer weiss schon, ob am Ende Khalil Gibran nicht Recht behält, dass ein Begräbnis unter Menschen eine Hochzeitsfeier unter Engeln sein könnte.

Wenn der Tod unsere Augen schliesst, werden wir in einem Lichte stehen, von welchem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist. (Arthur Schopenhauer)


breakline

04.05. Wenn es Dir schlecht geht, fahr eine Schleife der Erinnerung - das Leben ist wunderschön. Die folgende "Diaschau" wird auch Dich verhaften. Mitten hinein ins Zeitalter der Globalisierung hat uns Jesus direkt vom Kreuz z.B. die Aufnahme bei 3:09 geschickt. Und nicht nur die.



A Reminiscent Drive - Life is beautiful

02.05. Erkältung. Schnief. Stimme weg.

Vielleicht hätte ich das gestrige Ersatzmann-Einspringen in der 10x10km Promi-Staffel im Mommsenstadion doch besser bleiben lassen sollen.

30.04. Ich könnt schon wieder. Nein, ich meine nicht Sarraziniens grösste und berüchtigtestetesteteste Bums-Party, die jedes Jahr pünktlich am ersten Mai abgerissen wird, sondern einen Marathon. Also war Hamburg gut wie es war. Muskeln wieder tiptop, aber das Damenkloschwert des Infektes schwebt nach Belastung jetzt immer über mir. Soviel Obst und Gemüse kann ja kein Mensch essen *grübel*.

Und wie versprochen bekam Sarrazinien nun einen eigenen blog (link siehe oben unter dem Eisbär, äh Löwen). Verschroben und bekloppt. Bekloppt vor allem morgen in Kreuzberg. T-low hat heute schon mal seine BVG-Busse in Sicherheit gebracht. Die fahren mal wieder nicht.
Ach haben wir Läufer in Sarrazinien es gut ;-)

Passend zur Ruhe vor dem Chaotensturm eine meiner Lieblingsmusiken aus dem gefühlt 18.Jahrhundert zu Bildern aus Cornwall. Das ist zwar nicht Massachusettes, aber wenigstens war ich schon in Cornwall. Der Boston-Marathon fehlt mir leider noch. Vorsicht, Lautsprecher abdichten, sonst laufen sie vielleicht aus*g*:


Patti Page - Old Cape Cod

27.04. Ja. Es war zu warm in Hamburg. In Kürze (beim nächsten Wettkampf) wird das hoffentlich anders sein. Meine 2h55:57 waren 95% plus 5 Minuten Hitz(zu)schlag für Lars. Hoch Lars verzieht sich nun gen Osten, Ryan gen Tiefausläufer. Und dann krachts.

25.04. Es wird zu warm in Hamburg. Meine Muskelansätze sind noch leicht gereizt, die beiden anderen sub 2h50 Kandidaten irgendwie auch ausser Form. Ein sommerlich-schöner langer Trainingslauf rund um die "Alstern" hat aber auch was.
I'm not afraid of the future:


Akabu

In Sarrazinien (siehe unten auf dieser Seite) soll nach dem Muster der letztjährig diskutierten Herdprämie demnächst eine Bumsprämie eingeführt werden. Was das mit den Chinesen, ihrer und unserer Olympiade und dem Flughafen Tempelhof zu tun hat, dazu mehr in der nächsten Woche. Dann bekommt unsere Lieblingsrepublik auch einen eigenen blog.

22.04. Oh jeh, 4er Schnitt fühlte sich heute beim "Abschlusstraining" wie Intervallkante an. Kaum vorstellbar, dieses Tempo einen ganzen Marathon weit durchzuhalten. Aber bis Sonntag sind ja noch 5 Tage Zeit zu essen und zu trinken und zu essen und zu trinken und zu essen ... und zu schlafen.

Und optimistische Stimmungsmusike dazu zu suchen.

19.04. Zur Sauerei des Strongman Run gibts jetzt zu lesen:
Der Kastrator, das letzte Hindernis

Dann noch
Fotos vom Fori Team im Album von Timo

Und im www hab ich noch ein nettes Video zum Strongman Run gefunden
hier

17.04. Volker war heute recht zufrieden, ein paar Tage Pause von der ansonsten leistungsförderlichen Kraftarbeit haben meinem Rücken gut getan, auch wenn ich die Zeit im Hinblick auf den anstehenden Hamburg Marathon intensiv nutzen musste. Ergo bekam der Körper das bislang höchste 10Tage-Belastungsfenster überhaupt aufgebrummt. Nach dem schnellen Berlin Halbmarathon ein 16km-strongman (siehe unten) nicht ganz am Limit, um 2 Tage später noch Kraft für einen umso heftigeren langen schnellen Trainingslauf zu haben. Der war hart aber
wunderbar

15.04. Nach einer Woche "Heimaturlaubspause" (es waren bloss 5 Tage) wird es jetzt spannend. Und ich bekenne: ja, auch ich war beim
Strongman in Weeze
und habe gezeigt, dass Männer niemals weinen, sondern nur aus den Augen schwitzen. Erste Bildeindrücke unten rechts. Und ein aktuelles Video hier:


Fisherman's Friend Strongman Run 2008

Zu meinen "gesammelten Trainingserkenntnissen" gehört übrigens längst, dass Quantität doch vor Qualität kommen muss, wenn Ersteres als Regelmässigkeit und lockere Distanz, Letzteres als Tempo verstanden wird. Oder radikal: eines meiner Lieblingsleitmotive, wenn es um Leistungssport und nicht alleine Gesundheitssport geht, stammt von einem Senioreneuropameister und Vereinskollegen aus Berlin.
"Du musst so viel und so lange und so schnell laufen (ich denke, in dieser Reihenfolge), bis Dein Körper keine Gelegenheit mehr hat, auszuweichen und sich anpassen muss".
Oder kaputt geht. Genau den Punkt muss man jedoch für sich selbst herausfinden. Das kann man lernen. Dafür sind Schulbesuche geeignet. Auch Sportschulenerkenntnisse sind dabei nur Leitfäden und nicht viel mehr als ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf Milchtüten: sie nützen nichts, wenn die Milch in der Sonne oder am Nordpol parkt. Leider ist es auch so, dass in unserem Land Erkenntnis seeeehr lange braucht, bis sie sich in Lehrplänen wiederfindet. Nicht selten so lange, dass es längst bessere, tiefere Erkenntnis gibt ;-).
In the End: "we are all an experiment of one".

08.04. Nein, das Design dieser Seite hat wirklich nichts mit Kenia zu tun. Und ich werde ganz sicher nicht so schnell wie die, auch wenn 5 km/h auf einem Fahrrad vielleicht nur 2 Gänge Höherschalten bedeutet. Aber der Hinweis einer Freundin erinnert mich an meinen Versuch, mit Kenianern mitzulaufen. Diese ältere Geschichte, passiert bei einem Marathon, ist nachzulesen hier:
Küstenmarathon in Otterndorf - Nordseekenianer


06.04. Erstaunlich, wie mich Volker am Freitag wieder hingebogen bekam. Doch dann der Schock, Futrex misst nachmittags auf der Läufermesse magere 3,1% Körperfettgehalt. Immerhin ist dieser Wert nur noch sehr kurz über der Grasnarbe. Eher drunter. Ich habe wirklich überlegt, ob ich den grossen Berliner 20000-Menschen-Halbmarathon bestreiten soll. Zum Glück traute ich mich, hier dazu
Bericht Berliner Halbmarathon 06.04.2008 - aus den Ewigen Jagdgründen

03.04. Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz. Ich muss mich schon wieder mehr auf Freitags-Kneten freuen als auf den Höllenritt beim Berliner Halbmarathon am kommenden Wochenende. Zum letzten Lauf gibt es aber erst noch einen
Birkenwäldchen-Bericht

Um den Mut nicht zu verlieren, wird auf House Music umgeschaltet.
"I know we can, I know without a doubt." Genau. Ich weiss, wir können es schaffen. Ganz ohne Zweifel:
Music able to make you willing:


Blake Baxter - Brothers Gonna Work It Out


Also auf in den Halbmarathon, denn wie sagte schon der griechische Philosoph und Naturfreund Demokrit so schön: "Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende". Na hoffentlich.

31.03. Es hat sich gelohnt. Gestern 2. Lauf, 2. AK Sieg, Berlin Cup 40 Punkte. Und wäre es kein crossiges Kacheln über Wurzeln im Birkenwald gewesen, stünde eine neue 10km Bestzeit. Vor wenigen Tagen noch fühlte ich mich so schief und krumm, also könnte ich nie mehr richtig laufen.
Zuversicht ist, wenn man dem Schicksal den nackten Hintern zeigt. (Christian Keppler)
Ergebnisse 10km Birkenwäldchen

29.03. Endlich wird es Frühling. Nachdem 5,5 Test-kms erstaunlicherweise eine Rekordhausrunde einbrachten, werde ich wohl doch das Birkenwäldchen heimsuchen. Zumal sitzen schlechter fürs Becken ist als laufen.

Manche Menschen können nicht mehr an die Sonne glauben, wenn es einmal Nacht ist. Ihnen fehlt das Bisschen Geduld, zu warten, bis der Morgen kommt. Wenn du im Dunkel sitzt, schau nach oben, wo die Sonne auf dich wartet. (Phil Bosmans)

28.03. Gestrige Diagnose: Beckenvorstand nach links vorne. Und zwar heftig. Ungünstig.
Tobias' Mobilisierungsversuche heute waren immerhin geeignet, wieder etwas mehr Zuversicht in mir zu wecken, nachdem ich am Abend noch dachte, Laufen 2008 und überhaupt jede läuferische Ambition hätte sich erst mal erledigt. Und das nach dem erfolgreichen Start ins Jahr. Aber es wird schwierig. Montag darf ich nochmal. Ansonsten bliebe noch der Gnadenschuss. Nach dem, was sonst alles quer liegt derzeit ... Lebensfreude ist was anderes.

26.03. A 250 ? 250km - die A-Kader-Norm des DLV für 24Stunden-Läufer.
Ja, eigentlich ist das noch gesund. Leider habe ich bei der Wanderung auf dem Grat des trainings leicht überzogen, die Hexe hat Dienstag mit einem Schuss bestraft, dass ich die Orthopädie überlastet habe. Irgendwie soll ich wieder "eingerenkt" werden. Hoffentlich. Gibt ja auch sonst keine Probleme.

Mein heutiges Zitat stammt frisch von Mick Jagger (nein, nur das Zitat ist frisch):
"Auftreten ist wie Sex."
Recht hat der Mann. Deshalb treten auch wir Ultraläufer so gern und häufig auf. Kilometer für Kilometer für Kilometer ...


Eines der schönsten zuletzt gehörten bonmots stammt vom US-Sprinter Maurice Greene, der -nach seinen Zielen für die WM 2007 befragt- seinerzeit äusserte:
"Ich will ankommen."

Seit ich mir zur Abwechslung einen Hexenschuss zugezogen habe, weiss ich, was man auch als 100meter Läufer damit meint. Zum zweiten BerlinCup-Lauf im Birkenwäldchen am 30.03. wird das auch für mich gelten.

Schon die Berlin-Brandenburgischen 10km Strassenlaufmeisterschaften am 16.03. fanden ohne mich statt. Mit Infekt kann man gar nichts gewinnen. Nur ausruhen. "Pause ist Training". Am 18.03. gelang der TDL über 19km mit 1h16:52 dafür entsprechend superkompensativ.


Perfekter Start in den Berlin-Cup 09.03.2008 mit Britzer Gartenlauf

PSB24 auch in der Winterserie 27.01.-17.02.2008 erfolgreich

BSV Winterserie 10-15-21,1km 27.01.-17.02.2008

Berliner Morgenpost zum Team-Marathon, Ausgabe 21.01.2008

Team-Marathon Berlin Plänterwald 19.01.2008 in Runner's World

Team-Marathon Berlin Plänterwald 19.01.2008 GRR


Langstreckenlauf im PSB24

Langstreckenlauf mit der LG Donatus Erftstadt

Langstreckenlauf in der DUV - Deutsche Ultramarathonvereinigung

Der schönste Etappenlauf 2008 - von Berlin bis an die Ostsee

Einige meiner schönsten Läufe:
Das Geheimnis der Eieruhr - Desert Cup 2002 / 100 Meilen Wüste

Der Annapurna Kraftkreis - Himalaya 2004

Der Ultratrail Mont Blanc 2003-2006 / 100 Meilen Hochgebirge nonstop

Der Spartathlon 2006 und 2007 - Leistungskurs kriechisch / 246 km Griechenland nonstop



*Schnell wie der Wind ist das weisse Pferd der Araber - doch das Kamel trabt durch die Wüste Tag UND Nacht*



Historisches

Marathonläufer sollen weniger laufen

Marathonläufer stehen unter erhöhtem Stress, der zu einer verfrühten Alterung des Gehirns führen kann. Das ergab eine Untersuchung des Münchner Max-Planck-Instituts für Psychiatrie. Das in der Nebenniere gebildete Stresshormon Cortisol wird zuviel produziert. Wenn die Beeinflussung durch Cortisol lange anhält, kommt es zu vorzeitigem Altern. Stressgeplagten Marathonläufern raten die Wissenschaftler, auf stresslindernde Medikamente zu verzichten und einfach weniger zu laufen.

Aus dem Berliner Tagesspiegel vom 28.08.1991
wenn ich mir die Entwicklung der Teilnehmerzahlen am Berlin Marathon so betrachte ... ;-)

"Ja wo laufen sie denn? Ja wo laufen sie denn hin?" (Loriot)


SARRAZINIEN-Bonus

Sarrazinien ist die nach ihrem Finanzsenator Thilo Sarrazin I. (T-low der Erste) benannte Republik mitten in der Hauptstadt des grössten deutschsprachigen Landes. In loser Folge wird an dieser Stelle aus ihrem sonderbaren Erlebnishaushalt berichtet.
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März: Höhere Gewalt - Ver di Verbraucher verprellt verdient Vergeltung

Vergesst "Höhere Gewalt". Vielleicht fair für die unkalkulierbaren Folgen und Folgeschäden. Aber Vertrag bleibt Vertrag! So wie sich T-low verträgt. Z.B. mit Verdi. Als BVG Voraufsichtsratsstreikender hat die Sarrazine aktuell nämlich keine Gehälter zu zahlen, die zahlt jetzt Verdi dem BerlinerVerkehrsGetriebe. Vielleicht auch der Sarrazine. Wie verkommen ist das denn? Senatsfinanzoberverwalterwursterin und Aufsichtsverrraterin in Personalunion. Verflixt. Schöne Höhere Gewalt. Gut verraten, Verbraucher zahlen lassen. Mit verreckten Monats-, Wochen-, und anderen Zeitkarten.
Jeder Jurastudent lernt spätestens im Viertsemester den Gänsebuchtfall kennen. Die Iudikative erkannte darin das legislative Versehen. Und verrückte das Gesetz in Richtung Moral. In Sarrazinien ward die Moral verrückt und zum bestmöglichen ITB-Zeitpunkt veranschaulicht.
Tourismusverantwortliche vieler Länder erkannten beim Anblick gefüllter S-Bahnen ein Stück Heimat. Vorschlag: auf dem Dach mitfahren muss Zuschlag kosten. Wir erkannten die Kehrseite verschärften Körperkontakts. Was kostet doch gleich die goldene Wandernadel des Senats? 70 euro. Gleitend. Schieben, stossen, verarschen. Be Berlin. Be Schieber. Be walker. Down and out.
Feel at home in Sarrazinien. Your Banana republic.
Schwarz fahren kommt von schwarz ärgern. Gute Fahrt, T-low.

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Januar: Die Sarrazine

Gesunde reichhaltige Ernährung ist für Ausdauersportler wie mich immer ein wichtiges Thema. Von T-low gab es zu Jahresbeginn Menüvorschläge aus der Armenkasse. Für 4euro pro Tag, daher der Begriff "Hartz4".
Ergänzend von mir noch ein unbekannter Faulfruchtvorschlag: die Sarrazine


Diese neue grellfarbene Wasserfrucht wächst bevorzugt in Berliner Supermärkten.
Sie ist frei von Geschmack und anderen Schadstoffen.
Bei regelsatzgerechter Regallagerung kommt sie im Sarrazinien-Haushalt dank der vom Finanzsenator empfohlenen Tagesdosis von genau 1 bald auch in grünen und gelben Tönen vor, kann Mineralien so optisch andeuten. Ihr Gehalt an Vitaminen ist noch niedriger als das ihrer Geniesser.
Kein Wunder, dass Finanzverwaltungen aldi hohen Lidl auf sie anstimmen, sie ist jeden Penny wert.
Besonders wohl fühlt sich die Sarrazine neben vielen einzeln verpackten Brotscheiben, für welche unsere Bäckerinnungen bekannt sind. Und unter Hartzer Rollern.
Zumindest riecht sie so.
Guten Appetit, T-low.

ENDE


Disclaimer: für verlinkte Web-Seiten und deren Inhalte, insbesondere second level links auf youtube-Seiten fragwürdigen Inhalts, wird selbstverständlich jede Haftung abgelehnt!
Sollten links, Zitate, Bilder Ihre Rechte berühren oder sollten Sie der Ansicht sein, dass es so sein könnte, bitte ich um entsprechenden Hinweis per email. Die entsprechenden Stellen werden dann gelöscht.

Vielen Dank, dass Sie mich gelesen haben!

Wepwawet - artist unknown
Wepwawet - artist unknown
"Sag dem Leben, ich komm wieder"- pic:C.Schultz
"Sag dem Leben, ich komm wieder"- pic:C.Schultz
Kleine Teile grosser Familie
Kleine Teile grosser Familie
Berlin-Marathon 7 Wochen nach Chemoabschluss
Berlin-Marathon 7 Wochen nach Chemoabschluss
running thru' Chemo, just a little - pic:C.Schultz
running thru' Chemo, just a little - pic:C.Schultz
Nach der Diagnose: auf in den Kampf
Nach der Diagnose: auf in den Kampf
Feb08: Topfit todkrank HM Bestzeit - pic: G.Mensel
Feb08: Topfit todkrank HM Bestzeit - pic: G.Mensel
Jan08: Team-Marathon-Sieg PSB24 - pic: H.Matznick
Jan08: Team-Marathon-Sieg PSB24 - pic: H.Matznick